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Zwei Heiligenstädter steckten wegen Corona in Kambodscha fest

Wie ein Urlaub zum Albtraum wurde - Auswärtiges Amt wurde aktiv - 25.03.2020 16:28 Uhr

Franziska Meier, Patrick Hübschmann und Kathrin Hofmann haben noch Hoffnung, dass der Rückflug klappt © Kathrin Hofmann


„Die Kathrin ist Gardemädchen bei uns, deshalb setzen wir uns da natürlich ein“, so Hertling. Die Vereinsmitglieder wandten sich deshalb an den CSU-Landtagsabgeordneten Holger Dremel, der sich mit seinem Büroleiter Raimund Domsz wiederum an das Auswärtige Amt wandte.

In der Zwischenzeit meldete sich Kathrin Hofmann aus Phnom Penh. Sie erzählte, dass der Rückflug über Bangkok nach Deutschland für Sonntag geplant gewesen war. Sie und Hübschmann waren am 8. März einen zweiwöchigen Urlaub nach Kambodscha angetreten.

„Wir hatten schon ein wenig Angst wegen Corona und so, aber Kambodscha war noch kein Risikogebiet. Und Fluggesellschaft und Reiseveranstalter haben auch nichts gesagt“, erklärte Hofmann und erzählte weiter: Am Rückreisetag hatten sie nicht an Bord gedurft, da sie bestimmte Dokumente nicht hatten. „Wir hatten nicht erfahren, dass die nötig waren. Zum Beispiel sollten wir eine Versicherung nachweisen, wer zahlt, falls wir Corona bekommen. Und wir sollten eine Bestätigung vom Arzt vorlegen, dass wir noch nicht erkrankt sind.“

Chaotische Zustände am Flughafen in Phnom Penh. © Kathrin Hofmann


Die beiden Gestrandeten besorgten sich am Montagmorgen die Dokumente und fuhren wieder zum Schalter von Thai Airways. Mittlerweile hatten sie auch den Rückflug von Bangkok aus auf Mittwoch umgebucht.

Doch in Phnom Penh teilte ihnen ein Angestellter der Fluggesellschaft mit, dass sich die Vorschrift geändert habe – und sie jetzt von einer Klinik ein Attest für einen Labortest benötigen würden; deshalb könnten sie wieder nicht nach Bangkok mitfliegen.

"Ich weine oft"

„Ich bin verzweifelt und weine oft. Ich fühle mich hilflos und im Stich gelassen“, sagteKathrin Hofmann mit tränenerstickter Stimme. Ihre Angst steige, dass sie nicht mehr nach Hause komme. Außerdem mussten sie einen Flug für Samstag buchen, der pro Person 2500 Euro koste. „Das Hotel war auch ausgebucht, aber wir fanden zum Glück ein anderes. Noch sind wir nicht krank und haben Geld, aber wir wissen nicht, ob wir am Samstag mitfliegen dürfen“.

Über WhatsApp tauschen sich die Heiligenstädter mit anderen Gestrandeten in Kambodscha aus. "Mittlerweile sind wir über 120 Mitglieder in der Gruppe." © Kathrin Hofmann


Die Beiden hatten sich mit Franziska Meier angefreundet, einer anderen in Kambodscha gestrandeten Deutschen. „Wir haben in der Deutschen Botschaft und beim Auswärtigen Amt angerufen, aber man konnte uns nicht weiterhelfen“, erzählte Hofmann, die sich über WhatsApp mit anderen Gestrandeten in Kambodscha austauscht. „Mittlerweile sind wir über 120 Mitglieder in der Gruppe. Wir haben uns aufgeteilt. Und jede der kleinen Gruppe hat eine Aufgabe. Die einen informieren sich während die anderen zum Beispiel zur Botschaft gehen.“

Von Thailand aus starteten Flieger in die Heimat, allerdings kamen die Heiligenstädter nicht aus Kambodscha weg. Aber: „ Schlimmer geht es einer Frau mit ihrem Kind und einer Seniorin, der die Medikamente ausgehen“, erzählte Hofmann.

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Sie war überrascht, dass am 17. März alle Ausländer aufgefordert worden sein sollen, das Land zu verlassen: „Das haben wir gar nicht mitbekommen. Die Fluggesellschaft hat doch unsere Kontaktdaten. Die hätten uns informieren müssen.“

In der Zwischenzeit hielten Holger Dremel und Raimund Domsz Kontakt zum Auswärtigen Amt und versuchten, für die Gestrandeten etwas zu erreichen. Dann mussten sie allerdings mitteilen, dass "derzeit keine Rückholaktion aus Kambodscha geplant" sei. Das könnte sich jedoch täglich ändern. Die Heiligenstädter sollten sich in die Krisenvorsorgeliste („Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland“, kurz: elefand) des Auswärtigen Amtes eintragen und in die Condor-Rückholliste.

„Das Auswärtige Amt hat Kambodscha noch nicht auf der Liste. Es müssen erst Deutsche aus Ländern zurückgeholt werden, die nicht sicher sind“, erklärte Dremel. Aber das Amt bleibe dran. „Wir haben jetzt politischen Druck reingebracht und hoffen das Beste.“

Eine Hoffnung, die sich mittlerweile erfüllt hat: Kathrin Hofmann und ihr Freund Patrick Hübschmann sind zurück in Franken.

Dieser Artikel wurde am 26. März aktualisiert.

Carmen Schwind

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