Freitag, 22.11.2019

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Zwiespältige Gefühle im Tourismus der Fränkischen Schweiz

Zum Fachtreffen in Thurn gab es Tipps vom Besuch aus dem Ministerium - 29.06.2019 09:02 Uhr

Sabine Jagothe (li) aus dem Wirtschaftsministerium sprach in Schloss Thurn. Mit im Bild Benedikt Graf Bentzel und Sandra Schneider von der Tourismuszentrale. © Foto: Pauline Lindner


Jagothe legte den Finger in die Wunde und den Besuchern nahe, sich in die Tourismus-Initiative Bayern einzubringen. "Was brauchen Sie? Dass wertgeschätzt wird, was sie tun. Ein besseres Image für die Angestellten bringt auch Fachkräfte."

Wie gering geachtet Service wird, davon wussten etliche Anwesende zu berichten. Von Gästen, die hereingestolpert kommen und sich einfach an einen für andere Gäste reservierten Tisch setzen; von Gästen, die monieren, dass nach fünf Minuten das Schnitzel noch nicht serviert ist. Mit mangelnder Wertschätzung hab es auch zu tun, so Hausherr Benedikt Graf Bentzel, dass es bei der Genehmigung von vorübergehenden Arbeitserlaubnissen für Europäer aus Nicht-EU-Ländern etliche Hindernisse bestehen. Obwohl Zimmermädchen eher keinen Publikumskontakt pflegen, werden fortgeschrittene Englischkenntnisse verlangt. Bentzel forderte ein vereinfachtes Verfahren, gerade dann, wenn Bewerber nur saisonal in Deutschland arbeiten wollen. Wirtschafts-Minister Hubert Aiwanger (FW) sei auf der gleichen Linie, versprach Jagothe.

Kaum Angebote für Fachleute

Ob dadurch aber die allseits geforderte Qualitätssicherung erreicht werden kann? Vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass die einschlägigen Stellenportale für den hiesigen Raum kaum Angebote für berufserfahrene und spezialisierte Hotel- oder Restaurantfachleute aufzeigen. Früher sei alles besser gewesen, als noch das halbe Dorf am Sonntag im Wirtshaus aushalf — auch der retrospektive Gedanke dürfte kein Quantensprung in der angepeilten Qualitätsoffensive sein. Und Klagen über den Arbeitsunwillen junger Einheimischer schon gar nicht. Eher das Drehen an den kleinen Stellschrauben der Kalkulation, damit der Arbeitgeber die Kosten eines Services von gut ausgebildeten Leuten abfedern kann. Denn der Gast ist an und für sich bereit zu zahlen, in anderen Metropolregionen jedenfalls.

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Es sind nämlich gar nicht so wenige Menschen aus der Fränkischen Schweiz, die eine Ausbildung im Hotelfach absolviert haben; nur sind die meisten schon zur Lehre in große renommierte Häuser gegangen, haben in der ganzen Welt Berufserfahrung gesammelt und wissen, dass, um auf Dauer im Job durchzuhalten, ein ausgewogenes Maß zwischen Arbeit und Freizeit notwendig ist. Glaubt man "Hotelcarreer", werden sie in ihrer Heimat gar nicht gebraucht.

Für Beratung der Touristiker empfahl Jagothe, die von Bentzel als Fürsprecherin der Anliegen der Fränkischen Schweiz apostrophiert hatte, den Kontakt mit der Bayern Tourismus und Marketing GmbH, somit den gewünschten heißen Draht nach München.

PAULINE LINDNER

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