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Fränkische Winzer wollen Weinanbaugebiete umbenennen

Verband erhofft sich bessere Vermarktung - Winzer sind skeptisch - 25.10.2011 17:01 Uhr

Der Verband erhofft sich ein besseres Marketing, die Winzer hingegen sind skeptisch. © dapd


Insgesamt geht es um zwölf neue Namen für ganz Franken. Der Fränkische Weinbauverband hatte dies am Vortag mit großer Mehrheit beschlossen. Von der Einführung der neuen Begriffe erhofft sich der Verband in erster Linie eine bessere Vermarktung der fränkischen Weine. „Damit sollen die Weine noch enger an die jeweilige Tourismusregion gekoppelt werden. Wer die Region Churfranken kennt, wird sich auch für den Wein interessieren, der aus dieser Ecke kommt“, sagte Verbandspräsident Artur Steinmann. Winzer mit bekannten Lagen sollen jedoch die neue Bezeichnung nicht aufgedrückt bekommen.

Mittelfristiges Ziel ist, dass die Großlagen in Franken reduziert werden. Derzeit gebe es 24 Großlagen, etwa 20 davon sollen in den kommenden zehn Jahren abgeschafft werden. Stattdessen sollen die Winzer entweder den Namen des Weinguts, des Ortes oder eben die neu eingeführten Bereichsbezeichnungen nutzen, sagte Steinmann.

Die neuen Namen der Regionen könnten schon 2012 auf den Flaschen zu finden sein. Diese Bereichsbezeichnungen müssten nun jedoch noch vom Regierungsbezirk Unterfranken abgesegnet werden, die die neuen Begriffe dann auch in die Weinbergsrolle eintragen muss, sagte Schmitt. Die Weinbergsrolle gibt Auskunft darüber, wo Wein angebaut werden darf und wie die jeweilige Lage heißt.

Winzer Hartmut Martin aus Triefenstein sieht das jedoch kritisch. Er baut Silvaner der Lage Homburger Kallmuth an und würde künftig dem Bereich Main Himmelreich angehören. „Ich bin von der Notwendigkeit der Umbenennung nicht besonders überzeugt“, sagte der Winzer. „Wenn die Lage Homburger Kallmuth von Nord nach Süd bekannt ist, warum soll ich dann auf meinen Wein den unbekannten Bereichsnamen draufschreiben?“, fragte sich Martin. Seiner Meinung nach ist die Idee noch nicht ausgegoren.

„Wir haben jetzt die rechtlichen Grundlagen abgestimmt, jetzt gehen wir natürlich noch einmal in die Diskussion. Die Änderung muss nicht von heute auf morgen passieren“, betonte Steinmann. Von Januar 2012 an sollen in der EU die Weine einheitlich nach ihrer Herkunft benannt werden. Deshalb sollte auch Franken seine Daten nach Brüssel melden. Da jedoch die bisher drei Herkunftsbezeichnungen, die seit 1971 in der Weinbergsrolle festgeschrieben sind, nie genutzt wurden, hat der Verband die neuen Namen gemeinsam mit den Winzern erarbeitet. 

dpa

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