Donnerstag, 12.12.2019

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100 Jahre Awo: Auch in Fürth lebt Marie Juchacz weiter

Jubliäumsfeier im Cineplex zeigte, wie sich der Wohlfahrtsverband entwickelt hat - 11.11.2019 21:00 Uhr

Sie erinnerten an eine bedeutende Frau, Marie Juchacz (v. li.): Benedikt Döhla, Rudolf Schober, Marianne Niclaus, Anette Reichstein, Udo Weißfloch und Willi Bluth. © Hans-Joachim Winckler


Straßen, die an bedeutende Frauen erinnern, sind immer noch die Ausnahme – doch Marie Juchacz’ Name findet sich in mehreren Städten, auch in Zirndorf und in Fürth. Unübersehbar ist das Lebenswerk dieser Frau.

Allein in Fürth sind heute mehr als 1600 Menschen Teil der Organisation, die Juchacz zusammen mit anderen am 13. Dezember 1919 gründete: Sie sind Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt – kurz: Awo. Wenige Monate zuvor war Juchacz als eine von 37 Frauen in die Weimarer Nationalversammlung gewählt worden, als erste Frau durfte sie "als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen", wie sie es formulierte.

An Juchacz und an die enge Verbindung zur SPD erinnerte Marianne Niclaus bei der Abschlussfeier am Ende dieses Jubiläumsjahrs, das auch die Fürther Awo mit verschiedenen Veranstaltungen gestaltet hat. Niclaus vertrat die Vorsitzende der Fürther Kreisverbands, Karin Hirschbeck, die erkrankt war, und musste einiges Improvisationsgeschick beweisen, als sich wegen eines anderen Termins auch noch Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung verspätete.

Die Awo-Familie feiere ihr 100-jähriges Bestehen "mit Recht selbstbewusst und zukunftsgerichtet", sagte Jung. Der "moderne" Ort der Veranstaltung, das Cineplex-Kino, sei passend. 

Auf zwei Säulen stehe der Verband, machte Niclaus deutlich: Da ist das Vereinsweisen und das ehrenamtliche Engagement auf der einen Seite – und auf der anderen Seite der wirtschaftliche Bereich mit den Mitarbeitern, die sich in inzwischen zwölf Einrichtungen in Fürth um Menschen kümmern. Ein Film zeigte, wie vielfältig die Arbeit ist: In den Kitas will man Kinder "stark für die Zukunft" machen, beim Hippy-Programm werden Mütter mit Migrationshintergrund darin unterstützt, ihre Kinder auf die Schule vorzubereiten. Eine Pflegekraft erzählte von der Dankbarkeit, die ihr die Senioren entgegenbringen, und eine Frau, die psychisch Kranke betreut, verriet, was sie antreibt: "Dass die Menschen zurück ins Leben finden."

Was auffällt: Die Porträtierten in diesem Film sind Frauen – sie setzen Juchacz’ Lebenswerk fort. Rudolf Schober, Präsidiumsvorsitzender des Awo-Bezirksverbands Ober- und Mittelfranken, skizzierte, was die Awo bleiben soll: "ein Vertreter für die Schwachen".

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