Seeacker-Grundschule

13-Millionen-Projekt: Fürth kriegt eine neue Dreifachturnhalle

Gwendolyn Kuhn
Gwendolyn Kuhn

Lokalredaktion Fürth

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25.11.2021, 20:10 Uhr
Die Bagger rollen seit dieser Woche: Neben dem Schulgebäude an der Carlo-Schmid-Straße musste viel Grün für den Hallenbau weichen. Dafür aber soll es Ersatz geben, verspricht die Stadt.

Die Bagger rollen seit dieser Woche: Neben dem Schulgebäude an der Carlo-Schmid-Straße musste viel Grün für den Hallenbau weichen. Dafür aber soll es Ersatz geben, verspricht die Stadt. © Foto: Gwendolyn Kuhn

Den Mangel an Sporthallen, das machte Oberbürgermeister Thomas Jung beim Spatenstich zu dem umfangreichen Projekt klar, gebe es trotz des 2017 eingeweihten Julius-Hirsch-Sportzentrums am Schießanger noch immer. Dabei werde es gerade für Kinder immer wichtiger, sich an der Schule sportlich betätigen zu können. Denn immer mehr Mädchen und Buben verbringen den Nachmittag in der Ganztagsbetreuung. Rund 60 Prozent tun dies auch an der Seeackerschule.

Nutzen sollen die Halle aber nicht nur die rund 200 Kinder, die dort unterrichtet werden. Auch die Grundschule Sack sowie die Grund- und Mittelschule Pestalozzistraße sollen hier Nutzungszeiten bekommen. Am späteren Nachmittag dann sollen Vereine trainieren können.

Christine Lippert ist froh, dass der Startschuss zu dem 13 Millionen Euro teuren Bauvorhaben, das der Freistaat mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützt, nun gefallen ist – sogar etwas vor dem anvisierten Termin. Ein sehr "innovatives Projekt" entstehe hier, sagt die Baureferentin. Damit das Gebäude nicht zu klobig erscheint, wird ein Stockwerk unter die Erde verlegt. Dort findet sich dann die Halle, die in drei gleich große Felder unterteilt werden kann mit je knapp einhundert Sitz- und Stehplätzen für Zuschauer. Außerdem sind Sportgeräte-, Umkleide- und Funktionsräume geplant. Einen barrierefreien Zugang gibt es via Aufzug.

Ein begrüntes Dach soll einen kleinen Ausgleich dafür schaffen, dass die Wiese, auf der der Bau entsteht, weichen musste. Überhaupt fiel dem Vorhaben einiges an Natur zum Opfer. Allein 27 Bäume mussten weichen. Sie werden aber, verspricht Lippert, allesamt wieder aufgeforstet. Ein Band mit Bepflanzung soll das ganze Areal einfassen.

Aber auch darüber hinaus werde vieles grüner, etwa der angrenzende Pausenhof. Er wird einen Verkehrsübungsplatz bekommen, dessen Verkehrsinseln mit Spielgeräten bestückt sind. Damit der Unterricht auch mal draußen stattfinden kann, werden ein "Grünes Klassenzimmer" entstehen und ein Schulgarten. Auch der an der Carlo-Schmid-Straße gelegene Haupteingang bekommt eine Frischzellenkur. Dort sollen vor allem Fahrrad- und Pkw-Stellflächen Platz finden.

Dass die Arbeiten an den Außenanlagen direkt im Anschluss an den Hallenbau stattfinden können, freut Lippert besonders. Darüber war im Stadtrat nämlich erbittert gestritten worden. Wegen der hohen Kosten, so der Vorschlag damals, sollte das Umfeld der Halle nur abschnittsweise aufgehübscht werden.

Bis alles fertig ist, die gesamte Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt, müssen sich Kinder und Lehrer wohl noch ein etwas dickeres Nervenkostüm zulegen. Denn der Lärm der Baufahrzeuge ist in diesem Corona-Winter mit seinen zwingend nötigen, häufigen Lüftungsphasen in den Klassenzimmern natürlich besonders lästig. "Aber weil wir hinterher etwas Tolles bekommen, nehmen wir das in Kauf", sagt Schulleiter Michael Stiegler. Er hofft, dass bald die bestellten Lüftungsgeräte kommen und etwas Abhilfe schaffen.

Was Turnhallen angeht, besteht in Fürth noch weiterer Bedarf, wie Schulreferent Markus Braun erläutert. Im Sommer abgeschlossen wurden die Sanierungen an der Turnhalle der Farrnbachschule. In Arbeit sind momentan die Hallen am Hardenberg-Gymnasium sowie an der Mittelschule Kiderlinstraße; geplant wird außerdem eine Dreifachturnhalle an der Grund- und Mittelschule Hans-Sachs-Straße in Stadeln sowie das Mammutprojekt am Helene-Lange-Gymnasium. Baubeginn für die Sechsfachturnhalle dort soll 2023/24 sein.

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