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Dienstag, 29.09.2020

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16,9 Millionen Euro für eine Schulsanierung

Die Berufsschule I hat sich in eine Großbaustelle verwandelt - Die Ferien werden genutzt - 06.08.2008

Großbaustelle an der Schwabacher Straße. Der Hauptbau der Berufsschule ist bereits verhüllt, die Schreinerwerkstätten vorne werden gerade eingerüstet.

© Erich Malter


Nötig sind die Arbeiten in erster Linie aus Brandschutzgründen. Für über eine Million Euro ist bereits ein neues Treppenhaus als Fluchtweg errichtet und für 450000 Euro eine neue Heizung eingebaut worden. Jetzt müssen auch noch die Unterrichtsräume den verschäften Brandschutzbestimmungen entsprechend optimiert werden.

Diese Maßnahme schlägt allein mit 855000 Euro zu Buche. Einschließlich besserer Wärmedämmung und einiger Umbauarbeiten summieren sich die Kosten auf 15,4 Millionen Euro. Gestiegene Rohstoffpreise, zusätzliche statische Untersuchungen und veränderte Unterrichtsanforderungen haben die Kosten um knapp 1,3 Millionen Euro in Höhe getrieben

Zwei Jahre noch, schätzt Schulleiter Wilfried Rost, wird der Schulalltag unter den Behinderungen der Großbaustelle leiden. «Das ist eine Operation am offenen Herzen«, sagt Rost und denkt dabei vor allem an die Umzugsaktionen. Was bei gewöhnlichen Klassenräumen noch angeht, wird bei Fachräumen mit fest installierter Ausstattung wie Waschbecken für Friseure, Maschinen für Kürschner oder staubempfindliche Computer für die EDV-Ausbildung zum Problem. Zuletzt hatte der Umbau der Schreinerwerkstätten im Flachbau an der Schwabacher Straße wochenlang für Lärm und Staub gesorgt. Nachdem der Bau entkernt ist, sollen nun Dach und Fenster erneuert werden.

Um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten, wird vor allem die Sommerferienzeit jetzt fürs Grobe genutzt. Abgehängte Decken und tragende Teile wie Stützen werden feuerhemmend beschichtet. Baureferent Joachim Krauße hofft nur, damit in ein paar Jahren nicht dieselben Probleme zu haben, wie sie früher mit Asbest geschaffen worden sind. Außerdem werden Brandmeldeanlagen in jedes Stockwerk eingebaut.

Auf Nummer Sicher

Die verschärften Bestimmungen sind laut Krauße Reaktionen auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in Amerika und auf den Großbrand im Düsseldorfer Flughafen am 11. April 1996, der sich vor allem durch Kabelschächte ausbreiten konnte. Der Baureferent rechnet nicht damit, dass bei den jetzt anstehenden Arbeiten zur Verbesserung des Brandschutzes Kosten eingespart werden können. Er sichert jedoch zu, dem Stadtrat laufend über die Kostenentwicklung Bericht zu erstatten.

Nicht ohne Grund, war im Plenum doch die Überlegung laut geworden, ob ein kompletter Neubau nicht billiger käme als eine Generalsanierung. «Für einen Neubau müssten wir erst ein passenden Grundstück erwerben«, gibt Krauße zu bedenken Die städtische Gebäudwirtschaft wurde jetzt mit Stadtratsbeschluss zur Projektgenehmigung zugleich beauftragt, alle Möglichkeiten zur Kostensenkung auszuschöpfen.

Erhalten bleibt bei den Arbeiten für die Wärmedämmung der Schule das große Wandmosaik des Fürther Künstlers Hans Langhojer in der Turnstraße. Allerdings wird es nach Angaben von Ralf Röder, Technischer leiter der Gebäudewirtshaft, lediglich neu fixiert und mit einer Thermohaut überzogen. «Vielleicht gibt es in 20 Jahren ja Möglichkeiten, das Kunstwerk abzunehmen und auf die Isolierung zu setzen«, sagt Röder, der für Alternativ-Vorschläge offen ist. Zu teuer erschien der Bauverwaltung das von einem Restaurator auf über 200000 Euro geschätzte Versetzen des nicht unter Denkmalschutz stehenden Kunstwerks.

Volker Dittmar

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