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250 Betten für wenig Geld: Fürths erstes Hostel eröffnet bald

Der Nürnberger Künstler Momoshi sorgt für farbenfrohes Design - 13.08.2020 06:00 Uhr

Spartanisch, aber farbenfroh eingerichtet ist das neue Hostel an der Stadtgrenze. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass er es Ende August eröffnen kann.

© Hans-Joachim Winckler


Junge Rucksacktouristen, die Station in Fürth machen wollten, wurden bisher auf dem Portal "Hostelworld" nicht fündig. Dort können "Backpacker" weltweit Betten in Gemeinschaftsschlafsälen buchen.

Seit kurzem jedoch gibt es den ersten Eintrag für die Kleeblattstadt: Das "City Hostel Nürnberg-Fürth-Erlangen" wirbt bereits um Kundschaft, auch wenn die Umbauarbeiten derzeit noch auf Hochtouren laufen. Betreiber Michael Seibel hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Eigentlich sollte seine Unterkunft Mitte Juli an den Start gehen, inzwischen rechnet er damit, dass er Ende August loslegen kann.


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250 Betten auf drei Etagen: Erstes Hostel eröffnet in Fürth

Fürth bekommt sein erstes Hostel mit 250 Betten: In wenigen Wochen macht City Hostel Nürnberg-Fürth-Erlangen an der Stadtgrenze auf. Vor allem Backpacker können dort in Gemeinschaftsschlafsälen für wenig Geld unterkommen.


Sein Konzept beschreibt er als "Jugendherberge für Erwachsene". Auf drei Etagen reiht sich in dem Komplex in der Kurgartenstraße 54, wo vorher die Dambacher Werkstätten der Lebenshilfe untergebracht waren, Schlafsaal an Schlafsaal. 250 Betten in 52 Zimmern – vom Zwei- bis zum Zwölfbettraum – auf 3500 Quadratmetern. Die dritte Etage ist noch eine riesige Baustelle, im zweiten Stock ist dagegen bereits mehr passiert: In einigen Zimmern etwa stehen die Betten, doch noch fehlen beispielsweise die Türen. Am weitesten sind die Arbeiten im Erdgeschoss vorangeschritten.

Farbenfrohes Design von Künstler Momoshi

Auch hier gibt es allerdings noch einiges zu tun, unter anderem soll ein neuer Eingang geschaffen werden: Um den Touristen einen direkten Zugang zum Hostel zu ermöglichen, möchte der 63-jährige Betreiber eine Tür zur Kurgartenstraße einbauen. Durch die sollen künftig Backpacker aus aller Welt, Schulklassen mit Lehrern, Reise- und Busgruppen sowie Messegäste treten. Sie landen dann direkt an der Rezeption aus Holzpaletten. Der bunte Aufenthaltsbereich ist mittlerweile fast fertig. Seit Ende Mai bemalt der Nürnberger Künstler Momoshi das Herzstück des Hostels.

Einer von Seibels Mitarbeitern war auf Momoshis Wandbild "(Don’t) Kiss Me in Nürnberg" am Kunstkulturquartier in Nürnberg aufmerksam geworden und stellte den Kontakt her. "Je nach Inspiration" arbeitet der 48-jährige Street-Art-Künstler bis zu sechs Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche an den farbenfrohen Formen und Figuren. "Ich will alles aus der fünf Meter hohen Wand herausholen", sagt er.

"Nicht überkandidelt"

Die Wände in den Schlafräumen dagegen sind weiß. Eingerichtet sind sie alle gleich: Rote Metallstockbetten, rote Schließfächer, Steckdosen und Leselampen an jedem Bett, eine Sitzgelegenheit in der Mitte des Zimmers. Spartanisch und minimalistisch.

Die schmucklose Zweckmäßigkeit ist gewollt: "Die Leute sollen herkommen und sich wohlfühlen. Es soll nicht überkandidelt sein", sagt Seibel. Die meisten Möbel hat er aus anderen Unterkünften mitgebracht: In Nürnberg betrieb er bereist zwei - inzwischen geschlossene - City Hostels – daher auch der Name für den Fürther Nachfolger.

Das günstigste Bett gibt es im Zwölf-Bett-Schlafsaal für 18 Euro, die Bettwäsche ist inklusive, das Frühstück nicht. Zwischen 15 und 20 Angestellte sollen bei vollem Betrieb im City Hostel arbeiten, die Rezeption wird rund um die Uhr besetzt sein.

Eine Dreiviertelmillion Euro hat er nach eigenen Angaben bisher in sein neues Projekt investiert, dazu komme sicher noch "ein bissl was". Fast zeitgleich mit dem Ausbruch der Pandemie Mitte März begannen die Umbauarbeiten in dem Komplex. "Man muss gegen die Welle laufen", antwortet Seibel auf die Frage, warum er sein Hostel ausgerechnet in dieser Zeit eröffnet. Er kann der Krise sogar etwas Positives abgewinnen: "Dank Corona haben wir Zeit bekommen."

Party Mitte September

Seibel will vorerst den ersten und zweiten Stock in Betrieb nehmen – doch auch auf diesen beiden Etagen fällt bis Ende August noch eine Menge an. Was den Laien am Zeitplan zweifeln lässt, macht Seibel nicht nervös. "Das geht ganz schnell." Wenn alles gut läuft, will er Mitte September eine Eröffnungsparty schmeißen – vorausgesetzt, die Corona-Bestimmungen machen ihm da keinen Strich durch die Rechnung.

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