250 Kleeblatt-Fans gingen auf die Straße

17.3.2012, 22:00 Uhr

© Hans-Joachim Winckler

Der Anhang machte sich mit Spruchbändern und Plakaten von der Fürther Freiheit auf den Weg. „USK abschaffen“, brüllten die Fans immer wieder. Domi, Vorsänger im Block 12 des Sportparks Ronhof und einer der Redner auf der Demonstration, fasste die Forderung weniger dramatisch zusammen: „Überall gibt es schwarze Schafe, auch bei den Polizisten. Wir wollen, dass jeder zur Rechenschaft gezogen werden kann.“ So sieht es auch Jan Rüdiger Albert von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte: „Rechtsstaatlich gesehen ist die jetzige Situation nicht annehmbar. Fans haben bei Verdächtigungen auch außerhalb des Stadions mit schlimmen Konsequenzen zu rechnen, umgekehrt passiert wenig.“

Ob in Zukunft dagegen mehr passieren wird, wollte keiner der Redner in Aussicht stellen. Fakt bleibt aber, dass die Demonstranten zumindest lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam machen konnten, Dutzende Passanten schlossen sich spontan dem Anhang an. Am Ende lauschten zirka 250 Demonstranten vor der Polizeiinspektion den Worten von Alexander Bosch, einem Vertreter der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“. Insgesamt lief die zirka 90-minütige Demonstration äußerst gesittet ab, Zwischenfälle gab es keine.

Wenn das Kleeblatt heute in München, wo der Polizeieinsatz beim Pokalspiel vor zwei Jahren für Empörung gesorgt hat, auf Punktejagd geht, um dem Aufstieg ein Stückchen näher zu kommen, wird sich ein Teil der Demonstranten in der Kneipe der Sportfreunde Ronhof zum Frühstücken und Fernsehschauen treffen. Wann sie dagegen die Mannschaft wieder vor Ort in der Landeshauptstadt anfeuern werden, bleibt offen.

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