Ab Januar grünes Licht für Radler

11.11.2010, 11:00 Uhr
Ab Januar 2011 ist es möglich: Das seit vielen Jahren heftig umkämpfte Radeln während der Lieferzeiten von 19 Uhr bis 10.30 Uhr in der Fürther Fußgängerzone.

Ab Januar 2011 ist es möglich: Das seit vielen Jahren heftig umkämpfte Radeln während der Lieferzeiten von 19 Uhr bis 10.30 Uhr in der Fürther Fußgängerzone. © Hans-Joachim Winckler

Zugelassen wird das Radeln während der Lieferzeit zwischen 19 Uhr und 10.30 Uhr. Die neue Regelung soll versuchsweise für ein Jahr gelten. Start ist am Neujahrstag. Der Stadtrat muss die mit großer Mehrheit getroffene Entscheidung nicht mehr bestätigen, kann sie aber reklamieren. Damit rechnet Rechtsreferent Christoph Maier allerdings nicht.

Doch auch mit der Wende im Tauziehen um die Fußgängerzone hatte der Referent nicht gerechnet. Maier, selbst Radler, spricht mit leicht ironischem Unterton von einer „Revolution“ und gesteht im Namen der Verwaltung: „Wir waren völlig perplex.“ Den Vorstoß haben zum wiederholten Mal die Grünen unternommen. Sie beantragten erneut, das Rad fahren während der Lieferzeiten zuzulassen. Standen sie mit diesem Wunsch bislang auf verlorenem Posten, verhalf ihnen nun die SPD zum Durchbruch. „Man kann es ja mal versuchen“, war der gemeinsame Nenner, auf den man sich einigte.
 

Kritische Töne


Die Verwaltung hatte sich nicht festgelegt. Maier: „Wir haben immer gesagt, das Radeln während der Lieferzeiten ist tolerabel.“ Kritische Töne kamen in der Vergangenheit jedoch von der Verkehrspolizei und vom Seniorenrat. Der Tenor: Radler können Fußgänger gefährden. Im Gegensatz zu den Lieferfahrzeugen machten sie nicht durch Motorengeräusche auf sich aufmerksam.

Zu einer permanenten Überwachung der gebotenen Schrittgeschwindigkeit sieht sich die Polizei personell nicht in der Lage. Und auch die Stadt muss laut Maier die Kontrollen durch den kommunalen Vollzugsdienst in der Fußgängerzone aus Kostengründen reduzieren. Bedenken, dass die Freigabe des Radelns zu den Lieferzeiten schließlich noch weiter ausgedehnt werden kann, will der Rechtsreferent nicht von der Hand weisen. Auf einen Versuch kann man es aber auch seiner Ansicht nach durchaus ankommen lassen.

Wesentlich verbessert hat sich die Situation für Radler bereits in der Karolinenstraße. Im Zuge ihres Ausbaus wurden beidseitig komfortable Radwege angelegt, im Bereich der Kreuzung Schwabacher Straße sogar eine zusätzliche Mittelspur.