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Sonntag, 21.07.2019

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Abfalltonnen müssen vor das Hindernis

Wenn eine Baustelle die Müllabfuhr blockiert: Banderbacherin beklagte sich - 08.01.2019 05:59 Uhr

Gibt es in Straßen Hindernisse, müssen Mülltonnen davor platziert werden. Das regelt die Abfallsatzung des Landkreises. © Archivfoto: Thomas Scherer


Ein Kran an einer Baustelle verengt dort die Fahrbahn, allerdings ließe der seitlich angrenzende Garagenhof genug Ausweichmöglichkeit zum Passieren — auch für einen Müll-Laster, findet Sabine Körner. Trotzdem blieb ihre Restmülltonne zweimal ungeleert vor der Haustür stehen. Ebenso oft hat sie sich an die Abfallberatung des Landratsamts gewandt.

Beim ersten Anruf, berichtet sie, erhielt sie die Auskunft, sie möge in zwei Wochen die Tonne wieder hinausbugsieren und den zusätzlichen Müll, in Säcke gepackt, dazustellen. "Wir haben uns noch gewundert, dass nur zwei weitere Nachbarn die Tonnen unten stehen hatten, haben uns aber nichts dabei gedacht", so ihre Schilderung. Auch im zweiten Anlauf blieb der Müll stehen. Körners Mieter hat den seinen darauf zum Wertstoffhof nach Leichendorf gefahren.

Hinterher stellte sich heraus, dass die Nachbarn, ganz der Abfallwirtschaftssatzung folgend, ihren Müll vor das Hindernis der Baustelle platziert hatten – an eine Stelle, an der die Müllabfuhr auf jeden Fall vorbeikommen würde. Christian Ell, Sprecher des Landratsamtes, verweist auf Paragraph 18, Absatz 3 der Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises, die eben solche Fälle wie derzeit Im Stillen Winkel regelt. Dort heißt es: "Sind Straßenteile oder Straßenzüge aus zwingenden Gründen vorübergehend mit Müllfahrzeugen nicht befahrbar (z. B. wegen Straßenbaumaßnahmen), so haben die Anschlusspflichtigen die Abfallbehältnisse für diese Zeit zur nächstgelegenen, mit Sammelfahrzeugen befahrbaren Straße zu bringen."

"Dass die Dame vom Landratsamt weder beim ersten noch beim zweiten Anruf gesagt hat, wir überprüfen das und kümmern uns", hat Sabine Körner, eigenen Angaben zufolge, "am meisten geärgert. So sieht Hilfsbereitschaft und Bürgernähe auf jeden Fall nicht aus", lautet ihr Vorwurf.

Doch den weist Christian Ell als Behördensprecher zurück. Das, sagt er, könne er sich nicht vorstellen: "Wir sind in jedem Fall bemüht. Im Einzelfall laufen auch Gespräche mit dem Müllentsorger."

So weit es den Stillen Winkel in Banderbach betrifft, sei man zusätzlich mit dem Ordnungsamt in Zirndorf in Kontakt getreten. "Allerdings informieren wir Anlieger nicht generell, blockiert eine Baustelle die Zufahrt fürs Müllauto zu einzelnen Anwesen. Da haben wir gar nicht den Überblick."

Abgesehen davon ist die Behörde Ell zufolge vorab tatsächlich auch zu dem gleichen Schluss gekommen wie Sabine Körner — nämlich, dass an der Engstelle durchaus ein Durchkommen fürs Müllauto ist, vorausgesetzt, der Garagenhof vis-a-vis ist frei. Worauf die Empfehlung zurückzuführen sein dürfte, den Müll samt zusätzlichen Säcken beim nächsten Abfuhrtermin vor dem Haus abzustellen.

Die Eventualität, dass dort ein Auto parkt, was es auch dürfe, so Ell, war nicht bedacht. Während man im Hause Körner bereits damit liebäugelte, den Müll ins Auto zu packen und vor dem Landratsamt zu entsorgen, empfiehlt Ell: "Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt seine Tonne in solchen Fällen vor das Hindernis."  

Sabine Dietz

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