Abwägungsprozess

Absage der Weihnachtsmärkte im Landkreis Fürth als "Sieg der Vernunft"

Harald Ehm
Harald Ehm

Fürther Nachrichten

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12.11.2021, 17:20 Uhr
Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt: Im Landkreis Fürth fällt das auch heuer aus.

Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt: Im Landkreis Fürth fällt das auch heuer aus. © Christoph Schmidt, dpa

In einer Pressemitteilung des Kreisverbands Fürth des Bayerischen Gemeindetags, dessen Vorsitzender Obst ist, begründen Dießl und er noch einmal die Entscheidung. Auch wenn aus rechtlicher Sicht die Durchführung solcher Veranstaltungen machbar wäre, habe man sich gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern „nach einem gründlichen Abwägungsprozess“ anders entschieden, so das Duo. Die Gründe: „Steigende Infektionszahlen sowie die enormen Belastungen im Gesundheitswesen.“


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Ohnehin waren in einzelnen Kommunen bereits Märkte abgesagt worden. Da die Buden – anders als in den großen Nachbarstädten, wo vor allem gewerbliche Anbieter und Schausteller beteiligt sind – im Landkreis überwiegend von Ehrenamtlichen aus Vereinen und Verbänden betrieben würden, heißt es in der vom Landratsamt verschickten Pressemitteilung weiter, sei eine Absage nicht existenzgefährdend.

Auch die Kosten für Sicherheitsdienste, die die Gemeinden hätten einsetzen müssen, stünden nicht im Verhältnis und würden dem Charakter eines Weihnachtsmarktes nicht gerecht. Vom enormen Verbrauch von Einwegtassen und Einweggeschirr – notwendig, weil es Speisen nur „to Go“ gegeben hätte – ganz zu schweigen.

Für Dießl und Obst steht deshalb fest: „Letztendlich hat die Vernunft über die Emotion gesiegt, denn jede Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister hätte gerne einen Markt abgehalten.“

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