Donnerstag, 22.04.2021

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Abschiebung eines Fürther Schülers: Seebrücke ist entsetzt

Die Organisation fordert wie seine Klassenkameraden die Rückholung von Vladyslav V. - 02.03.2021 14:00 Uhr

Schülerinnen und Schüler der Max-Grundig- Schule protestierten Mitte Februar auf der Kleinen Freiheit gegen die Abschiebung ihres Freundes und Klassenkameraden "Vlad" und seiner Familie.

19.02.2021 © Ron Hübner


"Auch wenn die Abschiebung des Schülers Vladyslav inklusive der ganzen Familie V. aus Fürth schon Wochen zurückliegt, können wir sie immer noch nicht fassen", heißt es in einer Pressemitteilung der Seebrücke Fürth. Der 21-Jährige, seine Eltern und seine beiden Brüder (11 und 3) waren am 29. Januar nachts geweckt und Stunden später in ein Flugzeug gesetzt worden.


"Wollen unseren Freund zurück": Fürther Schüler protestieren gegen Abschiebung


Vladyslav V. war im Begriff, an der FOS sein Fachabitur zu machen, die Familie galt als bestens integriert. Bei einer Kundgebung auf der Kleinen Freiheit hatten Zwölftklässler der Max-Grundig-Schule am 18. Februar auf sein Schicksal aufmerksam gemacht.

Sie verlangten die "sofortige Rückholung" ihres Freundes "Vlad" und forderten den Stadtrat auf, Stellung zu beziehen. Politiker der Linkspartei schlossen sich ihnen an. Vor kurzem folgte eine Stadtratsmehrheit dem Antrag der Linken und verurteilte die Abschiebung des jungen Mannes.

Sowohl die Art und Weise der Abschiebung ("ohne Vorwarnung um drei Uhr morgens") als auch die vorherige "Hinhaltetaktik" der Behörden in Sachen Aufenthaltstitel "hinterlässt bei uns den Eindruck, dass hier nur die blanke Abschreckung gegenüber Schutz suchenden und sehr integrationswilligen Menschen demonstriert werden soll", schreiben die Fürther Mitglieder der Seebrücke. Die Organisation setzt sich für Geflüchtete ein und kämpft speziell gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung.

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Er stand kurz vor dem Fachabitur: Der 21-jährige Vladyslav V. wurde mit seinen Eltern und Brüdern in die Ukraine abgeschoben. Bei einer Kundgebung auf der Kleinen Freiheit in Fürth haben Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Vertreter der Linkspartei seine "Rückholung" gefordert.


Der Verdacht dränge sich auf, heißt es weiter, "dass eine Menschenrechte ignorierende Praxis, die inzwischen an fast allen kritischen Stellen der EU-Außengrenzen zu beobachten ist (...), jetzt auch im deutschen Inland verstärkt angewandt werden soll". Man sei entsetzt über diese Entwicklung, die "dem Geist unseres Grundgesetzes zutiefst widerspricht".

Die Familie müsse schnell nach Fürth zurückgebracht werden. Man erwarte ein klares Signal seitens der Politik auf kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

czi/hbi

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