Samstag, 18.01.2020

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ADFC-Ideen für Radschnellwege im Raum Fürth

Radlerlobby sieht noch viel Optimierungsbedarf für kreuzungsfreien Ausbau - 09.12.2017 10:00 Uhr

Als Alternative zu bestehenden Routen bietet sich nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs der Weg am Ufer des Main-Donau-Kanals an. Bei der Pyramide wäre jedoch eine Brücke erforderlich. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Der Radschnellweg von Fürth nach Nürnberg soll im Stadtgebiet größtenteils parallel zu den Bahngleisen geführt werden. Für problematisch hält der ADFC-Kreisvorsitzende Olaf Höhne dabei die Anbindung der Innenstadt über die Hornschuchpromenade und die Querung der Gebhardtstraße. Konflikte mit Autos seien hier programmiert. Noch schlechter beurteilt Höhne die Weiterführung der Trasse auf Nürnberger Seite. Die dreimalige Querung der Fürther Straße und die Route im belebten Gostenhof könne in keinem Fall auch nur annähernd als Radschnellweg bezeichnet werden.

In diesem Zusammenhang verweist der ADFC-Sprecher darauf, dass es zwischen Nürnberg und Fürth bereits eine wichtige und hochfrequentierte Radverbindung im Pegnitztal gibt. Diese gelte es auszubauen. Wegen der Mischnutzung sei sie jedoch kein Radschnellweg. Es brauche daher eine attraktive Alternative.

Der Schnellweg von Fürth nach Erlangen wiederum soll zunächst auf dem schon heute gut frequentierten Pegnitztal- und Regnitztalradweg bis nach Stadeln verlaufen. Der ist aber, so Höhne, deutlich zu eng. Und vor der Bahnüberführung sorgen die angrenzenden Häuser für zusätzliches Konfliktpotenzial. Daher hält der ADFC eine wesentliche Verbreiterung des Radweges zwischen Friedhofssteg und Stadeln in jedem Fall für wichtig – auch wenn das aus Gründen des Naturschutzes Probleme bereitet. Auch die Querung des Stadelner Fischerbergs nach dem Beispiel des Fuchsloches auf Nürnberger Stadtgebiet sollte verbessert werden.

Die weitere Route soll nach der Machbarkeitsstudie neu im Regnitztalgrund verlaufen. Selbst wenn dies auf den ersten Blick attraktiv erscheint, lehnt sie der ADFC ab. Denn sie würde durch einen sensiblen Bereich am Rande eines Naturschutzgebietes führen und auch Spaziergänger und Hundebesitzer anlocken. Zudem gibt es parallel dazu den heuer erst verbreiteten Geh- und Radweg Richtung Mannhof, der auch weiter bis nach Eltersdorf führt. Diesen über die bisherigen Baumaßnahmen hinaus zu verbessern, sei das Gebot der Stunde. Zudem meint Höhne, dass auch eine alternative Streckenführung auf dem ohnehin kreuzungsfreien Uferweg des Main-Donau-Kanals geprüft werden sollte.

Für den Schnellweg von Zirndorf, Oberasbach und Stein nach Nürnberg hält der ADFC die alte Bibertbahntrasse von Leichendorf bis zum geplanten U-Bahnhof Gebersdorf für ideal. Sie biete sich vor allem für Pendler an. Man könnte hier Zirndorf und Oberasbach kreuzungsfrei erreichen. Und auch die Anbindung von Stein erscheint Höhne über die Felsenstraße relativ einfach realisierbar zu sein – allerdings sei das dann kein lupenreiner Radschnellweg.

Beide Routen könnten weiter in Richtung Fürth entlang des Main-Donau-Kanals geführt werden. Wobei es hier noch einer Querung der Wasserstraße etwa auf Höhe der Pyramide bedürfe. Damit wäre, so Höhne, auch eine gute Erschließung des Nürnberger Südens gewährleistet. Die Brücke dort gehörte auch schon zur Planung des Gewerbeparks Süd.

Als Fazit gibt der ADFC-Sprecher den Routen von Zirndorf, Oberasbach und Stein nach Nürnberg und Fürth die besten Realisierungschancen. Gleichwohl sollte aber auch die Verbindung Fürth–Nürnberg hinsichtlich eines sicheren und vorwiegend kreuzungsfreien Radschnellwegs optimiert werden. Das Potenzial an Radfahrern, das hier zusätzlich erschlossen werden kann, sei immens und die Sogwirkung für die vermehrte Nutzung des Fahrrades im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen ebenso.

Volker Dittmar

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