Samstag, 20.04.2019

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Aktionsbündnis gegen die Volkszählung

Piratenpartei und linke Jugend warnen vor gläsernen Bürgern - 08.04.2011 11:00 Uhr

2011 sollen die Deutschen gezählt werden - aber nach einem neuen statistischen Verfahren. © colourbox


Der Bezirksverband der Piratenpartei und die Antifaschistische Jugend Fürth planen nach den Worten von Bündnissprecher Manuel Gambert eine Vortragsreihe und Aktionen vor der mittelfränkischen Zensus-Zentrale in der ehemaligen Fürther Quelle-Hauptverwaltung. Es laufen zwar noch Verfassungsklagen, aber Gambert ist überzeugt: „Wir können die Volkszählung nicht verhindern.“ Das Bündnis will vor allem jedoch ein Problembewusstsein schaffen.

Das war bei der letzten Zählung vor fast 25 Jahren noch ausgeprägter als heute. Inzwischen haben soziale Internet-Foren die Privatsphäre ohnehin stark zurückgedrängt. Was den Zensus-Kritikern vor allem Sorgen bereitet, ist das Zusammenfassen verschiedener Datenregister, etwa der Einwohnerbehörden und Arbeitsagenturen. In den Augen des Bündnisses ist der Zensus ein weiterer Schritt hin zu einem Überwachungsstaat.

Dagegen versichert das Landesamt für Statistik, dass der Datenschutz gewährleistet sei. Der Zensus solle Daten liefern, die Aufschluss darüber geben, wo zum Beispiel Wohnungen, Kindergärten, Schulen oder Altenheime benötigt werden. Auch die Bilungssituation könne besser analysiert werden. Außerdem seien die Zahlen für den Länderfinanzausgleich und den Zuschnitt der Bundeswahlkreise wichtig.

Die Vorbereitungen auf die Volkszählung laufen in der Stadt und im Landkreis problemlos. Wie die stellvertretende Pressesprecherin des Landesamtes, Anke Schwarz, auf Anfrage der Fürther Nachrichten erläutert, stehen der Erhebungsstelle des Landkreises 260 Interviewer zur Verfügung, 76 mehr als benötigt werden. Nürnberg und Fürth verfügen über 500 Interviewer. Gebraucht werden aber nur 354. Die Reserve kommt im Krankheitsfall zum Einsatz.

  

Volker Dittmar

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