Mittwoch, 29.01.2020

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Altfettsammlung in Fürth wird ausgedehnt

Erfolg des Pilotprojekts bringt eine flächendeckende Versorgung mit Containern - 11.12.2019 06:00 Uhr

Wie geschmiert läuft die Altölsammlung auf der Hardhöhe. Die vielen Haushalte in der Umgebung und die große Unterstützung – unter anderem durch Soldnerschüler beim Verteilen der Sammelflaschen – haben zum Erfolg beigetragen. © Hans-Joachim Winckler


Die Zahl der Sammelcontainer soll die nach den Worten von Projektentwickler Hubert Zenk von bislang vier auf 20 bis 22 erhöht werden. Gemeinsam mit der städtischen Abfallwirtschaft entwickelt das Recyclingunternehmen jetzt ein Erweiterungskonzept. Vier bis sechs Monate, schätzt Zenk, wird die Vorbereitung dauern.

Weil das Recycling von kleinen Haushaltsmengen im Gegensatz zur Großsammlung in der Gastronomie laut Zenk nicht kostendeckend ist, muss die Kommune nach dem Wegfall der Bundesförderung für die Finanzierung über die Abfallgebühren sorgen. Allerdings werden Abwasserkanäle und Kläranlage von Verunreinigungen durch Fett im Abwasch verschont, die teure Wartungsarbeiten zur Folge haben.

Dass sich die Sammlung als Beitrag zum Umweltschutz lohnt, steht für den Projektentwickler fest. Rund 450 Gramm Altfett sind im ersten Versuchsjahr durchschnittlich pro Kopf des Teilnehmerkreises zusammengekommen. "An Wertstoffhöfen werden pro Anlieferer jährlich nur etwa 60 Gramm abgegeben", sagt Zenk. Übertrumpft wurde Fürth bislang nur von Thalmässing, wo die Firma Lesch ihren Heimvorteil nutzen konnte und durchschnittlich 500 Gramm Altfett je Projektteilnehmer gesammelt hat.

Am Pilotprojekt beteiligt sind außerdem die Stadt Erlangen sowie die Rother Landkreisgemeinden Heideck, Hiltpoltstein, Allersberg und Greding. Alle zusammen haben seit Ende November 2018 über 19 Tonnen Altfett dem Recycling zugeführt. Im Durchschnitt waren es 350 Gramm pro Teilnehmer.

Möglichkeiten einer Versuchsausweitung werden derzeit auch für Erlangen und den Fürther Landkreis ausgelotet, sagt Zenk. Im Landkreis ist, wie berichtet, bereits Interesse an einer Projektteilnahme laut geworden. Die Förderrichtlinien sahen jedoch nur die Beteiligung eines Landkreises vor.

Fürth wird auf jeden Fall Vorreiter bei der Verstetigung der Altfettsammlung sein. Und die bisherigen Erfahrungen in der Kleeblattstadt haben zudem gezeigt, dass es nicht so sehr auf die Anzahl der Sammelcontainer ankommt, als vielmehr auf die günstige Lauflage und eine möglichst augenfällige Werbung für das Angebot. Während der Container in der Soldnerstraße gut frequentiert war, entwickelte sich die Sammlung am Scherbsgrabenbad nur schleppend.

Die mit Sensoren, Funk und Alarmanlagen ausgestatteten Sammelcontainer melden automatisch den Füllstand und Funktionsstörungen an das Recyclingunternehmen. Dieses setzt dann den Entleer- oder Reparaturservice in Gang. Bislang ist es zu keinen größeren Ausfällen gekommen. Auch Vandalismus ist Fehlanzeige. Wohl aber werden immer wieder fremde Behälter mit altem Speisefett vor Containern abgestellt.

Diese aber nehmen nur spezielle Sammelflaschen aus Kunststoff an, die zuvor an die Teilnehmer des Pilotprojekts verteilt worden sind. Beim Einwurf einer vollen Flasche wird eine leere ausgegeben. 1,2 Liter fassen die mit Schraubverschluss versehenen Sammelflaschen. Neben altem Braten- und Frittierfett kann man hier auch das Öl eingelegter Lebensmittel wie Antipasti einfüllen. Verunreinigungen werden beim Recycling wieder herausgefiltert.

Bewährt hat sich das Projekt auch nach Einschätzung der Stadt Fürth. Es fördere die Kreislaufwirtschaft, indem wertvolle Sekundärrohstoffe wieder in den Produktkreislauf zurückgeführt würden. Ähnliche Sammelsysteme gibt es bereits in anderen Ländern wie Spanien und Österreich, aber auch in Südbayern.

Volker Dittmar

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