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Sonntag, 20.10.2019

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Am Fürther Hauptbahnhof gibt es wieder eine Toilette

Ende einer wochenlangen Vakanz: Barrierefreie WC-Anlage mit Wickeltisch installiert - 22.12.2016 16:02 Uhr

Hier schwebt sie noch: Die neue Toilettenanlage am Fürther Hauptbahnhof steht der Öffentlichkeit von Freitag an zur Verfügung. © Foto: Heidingsfelder


Morgens zwischen acht und neun Uhr schwebt der schnörkellose Container am Donnerstag hoch in der Luft, ehe ihn der Autokran an der Seite des Bahnhofsgebäudes sanft aufs Fundament absenkt. Zur neuen Toilette gehört ein Damen- und ein Herrenbereich— ersterer ausgestattet mit einem Wickeltisch und mit Stützhilfen für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind.

Anders als das Vorgängermodell, das Mitte November für den Aufbau des Fundaments Platz machen musste, ist die neue Anlage barrierefrei und selbstreinigend. Wie berichtet, präsentierte sich das alte stille Örtchen wenig einladend. Vandalismus und Sauberkeit waren ein Problem. Das Nachfolgemodell misst 15 Quadratmeter und ist eigentlich gar kein Weihnachtsgeschenk der Deutschen Bahn für Fürth. Sein Unternehmen habe den Platz zur Verfügung gestellt, sagte ein DB–Sprecher auf Nachfrage. Eigentümerin und Betreiberin sei die Hering Sanikonzept GmbH mit Sitz in Nordrhein-Westfalen.

Ein Euro

Diese bietet Pendlern, Reisenden und Vorübergehenden in Fürth beinahe ab sofort rund um die Uhr Gelegenheit, sich zu erleichtern. Gratis ist das nicht. Erst wenn der Münzautomat mit einem Euro gefüttert wurde, öffnet sich die Tür. Kleingeld müssen Männer und Frauen bereit halten.

Auch wenn der Besuch Geld kostet und das Häuschen bei mehr als 10 000 Menschen, die den Bahnhof laut Oberbürgermeister Thomas Jung täglich passieren, bescheiden erscheinen mag: Dass es hier überhaupt wieder eine Adresse gibt für Menschen, die müssen, wird wohl auch einige Nachbarn freuen. Besonders groß dürfte das Aufatmen bei „Schmitt&Hahn“ in der Schalterhalle ausfallen, wo sich zuletzt mehrmals täglich Verzweifelte nach einem WC erkundigten.

Das Zeitschriften-Geschäft reagierte schließlich entnervt, aber höflich mit einem Aushang. Darauf hieß es: „Wir sind weder eine öffentliche Toilette noch in irgendeiner Weise für die WC-Probleme verantwortlich. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an die Deutsche Bahn. Danke.“ Die Bahn reagierte und kündigte ebenfalls via Aushang den Bau einer modernen WC-Anlage „noch im Dezember“ an.

Sogar auf Feinheiten wurde dabei geachtet. Als es um die Frage ging, welche Farbe die neue Toilette haben solle, so ein DB-Sprecher, habe man sich für einen Ton entschieden, der zum Sandstein des Bahnhofsgebäudes passe. Der Farbton nennt sich „marille“.

BIRGIT HEIDINGSFELDER

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