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Am Fürther Stammsitz: Uvex expandiert über die Straße

Die Pläne für einen Neubau werden allerdings auf Eis gelegt - 16.07.2020 11:00 Uhr

In den 200 Meter langen Komplex an der Würzburger Straße, hier eine firmeneigene Darstellung, werden n Kürze Uvex-Mitarbeiter einziehen.

© Foto: uvex group


Schon in den kommenden Wochen bezieht Uvex die neuen Büroflächen auf der anderen Seite der Würzburger Straße. Das knapp 200 Meter lange Gebäude, das 1960 von Grundig errichtet und genutzt worden war, wurde zu diesem Zweck entkernt und aufwendig umgestaltet. Eigentümer der Immobilie ist die Thomas Sommer Private Vermögensverwaltung, die eigenen Angaben zu Folge 8,5 Millionen Euro in das Objekt investiert hat.

Der ganz große Wurf im Hause Uvex ist damit allerdings erst einmal auf unbestimmte Zeit zurückgestellt: Seine Pläne für das ehemalige Norma-Gelände in direkter Nachbarschaft verfolgt das weltweit erfolgreich agierende Fürther Traditionsunternehmen derzeit nicht weiter, wie der geschäftsführende Gesellschafter Michael Winter nun beim Ortstermin erklärte. Statt, wie vor vier Jahren angekündigt, mehrere fünfstöckige Gebäude entlang der Würzburger Straße zu errichten, bleiben die dafür in Betracht gezogenen 6000 Quadratmeter als "Reservefläche" erst einmal unbebaut.

Winter machte jedoch klar: Die von Sommer gemieteten rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche seien "kein Ersatz für das Vorhaben auf dem Norma-Gelände". Keine Auswirkungen sollen die korrigierten Pläne des Herstellers von Schutz- und Sicherheitsprodukten im Berufs-, Sport- und Freizeitbereich auf die Wohngebäude des Evangelischen Siedlungswerks (ESW) haben, die derzeit entstehen.

Für sie hätte der Gebäuderiegel des Unternehmens als Lärmschutz dienen sollen. Stattdessen wird nun bis zum kommenden Februar eine Schallschutzwand hochgezogen.

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In der ehemaligen Grundig-Immobilie – 2006 von Thomas Sommer erworben und bis 2017 vom Automobilzulieferer AVL Ditest genutzt – werden künftig Uvex-Mitarbeiter der Abteilungen Arbeitsschutz und IT einziehen. Deren vormalige Domizile bleiben der Firma als "organisatorische Reserve" erhalten, so Winter.

Unmittelbar hinter dem Komplex war das Unternehmen bereits vor zehn Jahren mit der Abteilung Uvex sports in bestehende Gebäude eingezogen. Winter spricht von einem "fulminanten Wachstum" seit der Finanzkrise 2008 und bleibt trotz der pandemiebedingten Einbußen optimistisch: Am Standort Fürth, wo 900 der weltweit 2900 Mitarbeiter beschäftigt sind, habe es keine Entlassungen gegeben, die Kurzarbeit habe man inzwischen beendet. Man wolle "gestärkt aus der Krise hervorgehen", den Wachstumskurs könne man "dank der neuen Räumlichkeiten nun erfolgreich fortsetzen".

Den industriellen Charakter will man behalten

In der zweijährigen Planungs- und Bauphase habe man sich stark an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientiert, erklärt Uvex-Architekt Arndt Steffen Müller: "Wir haben gemeinsam mit dem Eigentümer eine flexible Mischung aus kleinen und größeren Einheiten konzipiert."

Gleichzeitig habe man versucht, den industriellen Charakter des Gebäudes zu erhalten, etwa in Form der seinerzeit typischen Beton-Waben-Struktur der Decken. Dank neuer Fenster, recycelter Teppichböden, Vollwärmeschutz und Photovoltaikanlage auf dem Dach werde man aber auch aktuellen Anforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit gerecht.

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Oberbürgermeister Thomas Jung würdigte die Protagonisten des Deals, Winter und Sommer, weil mitten in der Corona-Krise modernster Büroraum entstanden sei – was den Standort stärke und Potenziale für neue Arbeitsplätze schaffe. "Das Recycling einer Bestandsimmobilie ist vorbildlich. Hier wurden alte Gebäude nicht abgerissen, sondern mit hohem Aufwand modernisiert", so Jung. Die aufgefrischte Fassade werte die gesamte Würzburger Straße als "Tor zur Stadt" auf.

Armin Leberzammer

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