Treffpunkt

Anwohner in Sorge: Wird am Fürther Karmelitenplatz mit Drogen gehandelt?

Alexandra Voigt

Redaktion Fürth

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23.11.2021, 11:00 Uhr
Untertags ist es ruhig auf dem Karmelitenplatz direkt hinter der Christkönig-Kirche. Am Abend aber geht es bisweilen lebhafter zu.

Untertags ist es ruhig auf dem Karmelitenplatz direkt hinter der Christkönig-Kirche. Am Abend aber geht es bisweilen lebhafter zu.

Schon im Sommer haben sie festgestellt, dass sich der Platz im Westen Fürths zum beliebten Treff entwickelt. Die Anwohner beklagen, dass sie seither angepöbelt und die Vorgärten sowie die Bereiche rund um die beiden angrenzenden Kindertagesstätten vermüllt werden.

Die Leute, die sich hier versammeln, verhalten sich "äußert verdächtig", hat sich CSU-Stadträtin Andrea Heilmaier berichten lassen, die von den Anwohnern um Unterstützung gebeten wurde. "Sobald die Polizei gerufen wird, flüchten die Jugendlichen in alle Richtungen." Manche, die hier leben, trauten sich bei Dunkelheit gar nicht mehr aus dem Haus, sagt sie, man sorge sich um die Jungen und Mädchen, die im Viertel wohnen, den Kindergarten und den Hort besuchen.

Der CSU-Ortsverband Hardhöhe-Schwand hatte deshalb kürzlich zu einem Ortstermin gebeten, um über Lösungen zu beraten. Mit dabei waren Vertreter der Fürther Polizei und der Rechtsreferent der Stadt, Mathias Kreitinger. Sie hörten sich die Bedenken an und versprachen, verstärkt nach dem Rechten zu sehen. "Wir haben das im Fokus, da können sie sicher sein", sagt der stellvertretende Fürther Polizeichef Mark Kohl auf Nachfrage der FN.

Der Karmelitenplatz ist bei jungen Leuten beliebt, weil er gut zu erreichen ist: U-Bahn- und S-Bahn-Station befinden sich in unmittelbarer Nähe, eine McDonald’s-Filiale ebenso. Schon vor Monaten habe die Polizei deshalb ihre Kontrollen verstärkt, so Kohl. "Wir sind auch mit Zivilstreifen vor Ort. Wenn sich nämlich Beamte in Uniform nähern, geht das große Rennen los", weiß auch er. "Dann hat einer vielleicht etwas zu verbergen und spurtet davon, die anderen laufen mit."

Ein Video, das ein Anwohner der Polizei zugespielt hat, zeige, wie ein Auto vorfährt und bei einer Gruppe anhält. Es folgen scheinbar konspirative Gespräche. "Das wirkt ziemlich suspekt. Dass die Leute den Verdacht haben, vor ihrer Haustüre würden Drogengeschäfte abgewickelt, kann man nachvollziehen", findet Kohl. Hinweise auf organisierten Rauschgifthandel hätten die Ordnungshüter aber nicht. In drei Fällen wurde bei Jugendlichen Cannabis gefunden, zwei davon liegen Monate zurück. Und, so Kohl: "Es handelte sich nur um kleine Mengen".

Keinen Nährboden bieten

Damit die Anwohner wieder ihre Ruhe finden, will die Polizei bei den Kontrollen nun nachlegen. Denn es soll sich auf keinen Fall eine Szene etablieren, die man dann schwer wieder los wird. "Wer sich am Karmelitenplatz trifft, müsse sich im Klaren darüber sein, dass jederzeit die Polizei kommen kann. "Auch wenn es sich nur um Jugendliche handelt, kann doch ein Nährboden für diejenigen entstehen, die wirklich etwas im Schilde führen", sagt Kohl. In diesem Sommer gab es zunehmend Probleme auch am Fürther Flussdreieck.

Grundsätzlich dürfen sich Menschen nach den geltenden Corona-Bestimmungen durchaus mit anderen im öffentlichen Raum aufhalten – auch am Karmelitenplatz. "Was aber nicht geht: Dass sie auf dem Grundstück des Kinderhorts abtauchen, weil das nur schwer einsehbar ist." Hier hätten die Heranwachsenden auch ihren Müll zurückgelassen. Der Abfall sei mehr als nur ein Ärgernis. "Er vermittelt den Menschen das subjektive Gefühl, dass es hier nicht sicher ist."

Auch Rechts- und Ordnungsreferent Mathias Kreitinger berichtet von Klagen, die Jugendlichen würden in das Grundstück eindringen und sich dort breit machen. Er verspricht: "Der Kommunale Ordnungsdienst wird in Absprache mit der Polizei vermehrt auf Streife gehen. Die Kapazitäten der acht städtischen Ordnungskräfte sind allerdings eingeschränkt: Sie werden in den nächsten Wochen wegen der Kontrolle von 2G- und 3G-Regelungen, zum Beispiel in Restaurants, stark eingespannt sein, sagt Kreitinger.

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