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Apcoa-Parkhäuser in Fürth: Werden sie zur Service-Drehscheibe?

Das Unternehmen will seine Standorte nicht mehr nur als Abstellfläche nutzen - 26.02.2021 06:00 Uhr

Das Unternehmen Apcoa, das auch das Parkhaus in der Mathildenstraße betreibt, will seine Standorte zu Mobilitäts- und Dienstleistungszentren machen.

22.02.2021


Wenn es nach Apcoa-Manager Frank van der Sant geht, sollen Parkhäuser bald zu "Urban Hubs" werden, zu Drehscheiben für Mobilitäts- und andere Dienstleistungen, die sich an Autofahrer oder Logistikunternehmen wenden. Aktuell hat Apcoa etwa 11.500 Parkhäuser und -plätze in 13 verschiedenen Ländern unter seiner Regie und ist damit nach eigenen Angaben Europas größter Parkhausbetreiber.


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300 Standorte in Deutschland gehören zu dem Unternehmen – mit den Standorten Hornschuch-Center (685 Stellplätze) und Mathildenstraße (265 Stellplätze) zwei davon in Fürth. Die Firma Contipark betreibt das Parkhaus des früheren City-Centers (525), Park One eines in der Friedrichstraße (321) und Goldbeck Parking die Garage für die Neue Mitte (140). Dazu kommen etliche kleinere Einrichtungen im Stadtgebiet.

Manchmal voll und oft leer

Zu den generellen Schwierigkeiten im Geschäft mit Parkhäusern und Tiefgaragen gehört es, dass sie sehr unterschiedlich ausgelastet sind. Zu Stoßzeiten sind sie oft überfüllt, vor allem nachts oder am frühen Morgen bleiben viele Stellflächen aber leer. Die Überlegung, sie als zentrale und verkehrsgünstig gelegene Umschlagplätze für Logistik-Unternehmen zu nutzen, hält Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller deshalb für durchaus vernünftig. "Das ist im Interesse der Stadt."

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So ließe sich der Wirtschaftsverkehr reduzieren, der nur allzu oft die städtischen Straßen verstopft. Bisher kam aber noch keine offizielle Anfrage von Apcoa. Müller glaubt, dass das Unternehmen sich erst einmal auf größere Städte konzentrieren wird, bevor Kommunen wie Fürth an der Reihe sind.


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Außerdem sei nicht sicher, ob die hiesigen Apcoa-Parkhäuser überhaupt für die Pläne geeignet sind. Sie müssten von Lkw angefahren werden können, bevor Pakete und Waren auf kleinere Fahrzeuge umgeladen werden. Enge und steile Zufahrten müssten dafür aufwändig umgebaut werden.

Straßen sollen entlastet werden

Wie die Straßen vom Wirtschaftsverkehr entlastet werden können, ist aktuell ein wichtiges Thema in Fürth. Wo kann man Ladestationen einrichten, damit große Lastwagen nicht für jede Lieferung durch die ganze Stadt fahren müssen? Wo kann man Lastenräder vernünftig einsetzen? Im Januar haben Gespräche darüber stattgefunden.


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Mit dabei waren auch Vertreter von Logistik-Unternehmen wie dpd, ddp, ups und Hermes. "Parkhäuser könnten hier ein Baustein des City-Logistik-Konzeptes sein", ist Müller überzeugt. Er hält auch Mietwagen- und Batterieladestationen für durchaus sinnvoll. Es gehe darum, für Fürth spezifische Lösungen zu finden.

Überlegungen, Landeplätze für Frachtdrohnen oder Lufttaxis zu realisieren, gehörten vorerst nicht dazu. Müller sagt mit einem Augenwinkern: "Das ist Zukunftsmusik."

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