Donnerstag, 24.10.2019

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Atelier wird zum Wald

Die Ausstellung Holz auf Zeit in Fürth präsentiert Werke von über 20 Künstlern. - 10.10.2019 10:00 Uhr

Viel Holz: Von verspielten Figuren bis zum Rindenmulch auf dem Boden reicht das naturnahe Ausstellungsspektrum. © Foto: Peter Romir


Wenn man reingeht – was natürlich erlaubt und gewünscht ist – stellt man auch fest, dass sogar kleine Insekten durch die Luft schwirren. Kein Zweifel: "Holz auf Zeit" ist eine sehr lebendige Ausstellung.

Daran beteiligt sind zwei bis drei Dutzend Künstler: "Wir haben mit 25 angefangen, aber es sind immer mehr dazu gekommen. Irgendwie hat es sich lawinenartig verbreitet, dass wir etwas zum Thema Holz machen", sagt Michael G. Schüll. Er ist Betreiber des Büros für Kunst und zusammen mit Tilman Oehler Kurator der Ausstellung. "Holz ist für uns beide ein Lebensthema", erklärt Schüll. "Ich selbst komme aus einer Gegend, wo man aus dem Haus geht und dann im Wald steht." Und nun hat er den Wald ins Haus gebracht.

Es ist ein verwunschener Märchenwald geworden, bei dem überall in dem kleinen Raum Überraschungen versteckt sind. So begrüßt einen gleich am Eingang eine Installation von Matthias Dülp aus Dutzenden von Kleiderbügeln. Daneben findet man schicke Holz-Boxen im Bauhaus-Stil von Gisela Nürnberger.

Barbara Geiler hat ein glattes Holzstück gemacht, aus dem sich scheinbar ganz organisch bergartige Hügel erheben: "Ja, man darf es streicheln", sagt sie. Auch die beiden Kuratoren steuern etwas bei: Von Oehler stammen riesige Holzkufen, während Schüll (neben der Rinde am Boden) auch einige Denkanstöße zum Thema CO2 in Form von Objekten und Gemälden beisteuert. Den nicht alle Künstler hier arbeiten mit Holz: Auch Fotografien und Gemälde von Wäldern gibt es und Margot Wechsung hat einen Text mitgebracht, der die Magie und Wärme eines knisternden Holzfeuers beschwört: "Das kann keine Zentralheizung nachahmen." Dem kann Kurator Schüll nur zustimmen: "Seit Jahrtausenden versammeln sich Menschen an einem Holzfeuer – und das hat auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Magie verloren." Als verbindendes Element bekam deshalb jeder Besucher der Vernissage dann auch noch ein Stück Holz geschenkt, dass Schüll selbst mit der Kreissäge zerteilte.

InfoGeöffnet ist die Ausstellung noch einmal am 12. Oktober von 14 bis 19 Uhr und am 13. Oktober von 11 bis 15 Uhr.

PETER ROMIR

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