Auch Fürth beteiligt sich an der Aktion: Weg mit den Kippen!

15.11.2018, 11:00 Uhr
Dieser Anblick soll bald der Vergangenheit angehören: Bei der Sammelaktion wollen Freiwillige in Fürth und Nürnberg Kippen aufheben.

Dieser Anblick soll bald der Vergangenheit angehören: Bei der Sammelaktion wollen Freiwillige in Fürth und Nürnberg Kippen aufheben. © Foto: Stefan Hippel

Blei, Kupfer, Chrom, Kadmium, Arsen, Plastik, Teer und aromatische Kohlenwasserstoffe… Das ist ein Giftcocktail, den sich niemand einflößen möchte. Die Natur aber bekommt den fatalen Mix ständig ab – weil zahlreiche Menschen ihre Kippen einfach wegschnippen.

Was wenige wissen: Die Stummel sind hochtoxisch und schwer abbaubar. Die Auswirkungen sind enorm, wie der Umweltverein Bluepingu mit der Sammelaktion am Samstag deutlich machen möchte. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich 4,5 Billionen Zigarettenstummel achtlos weggeworfen. Die Reste enthalten mehr als 4000 Chemikalien, und ein einziger Filter reicht, um ganze 50 Liter Grundwasser zu verschmutzen. "Der Regen wäscht die Giftstoffe heraus und sie gelangen in unsere Böden, Gewässer und ins Grundwasser", heißt es in der Ankündigung von Bluepingu.

Die Zigarettenstummel-Sammelaktion läuft am Samstag ab 11 Uhr in Fürth und parallel auch in Nürnberg. Daran beteiligen können sich alle Bürger, die ihre Stadt ein wenig sauberer machen und der Umwelt Gutes tun wollen. "Skeptiker und Nachhaltigkeitsanfänger sind ebenso willkommen wie langjährige Aktivisten", versichert Florian Friedrich von der Fürther Ortsgruppe. Auch Kinder können helfen.

Aus dem Gift werden Möbel

Die Veranstaltung führt Bluepingu gemeinsam mit der Initiative Upzigle durch, die dafür sorgen will, dass der Zigarettenmüll nach dem Sammeln nicht einfach nur entsorgt, sondern recycelt wird: Aus dem im Filter enthaltenen Kunststoff können dann ganz praktische Dinge wie zum Beispiel Möbel entstehen. Upzigle sucht dafür noch Firmen in der Region.

Der richtige Entsorgungsort für die Stummel ist übrigens der Restmüll. Bluepingu empfiehlt außerdem, tragbare Aschenbecher zu verwenden oder selbst gedrehte Zigaretten mit umweltfreundlichen Papers und Filtern.

Der Treffpunkt ist am Samstag um 11 Uhr am Dreiherrenbrunnen in der Fußgängerzone, die Aktion dauert zirka zwei Stunden. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Handschuhe und Eimer verteilt Bluepingu, solange der Vorrat reicht. Wer will, kann zum Sammeln leere Plastikeimer oder leere PET-Plastikflaschen mit Deckel mitbringen.

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