Auch in Fürth: Erste Schulklasse in Corona-Quarantäne

11.9.2020, 14:30 Uhr
Die Leopold-Ullstein-Realschule in Fürth.

Die Leopold-Ullstein-Realschule in Fürth. © Hans-Joachim Winckler

Dass in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder Schulklassen wegen Coronafällen in Quarantäne gehen müssen, wird gern als "neue Realität" beschrieben. In Fürth trat sie sehr schnell ein. Am Mittwoch hat ein Kind, das die Realschule Leopold Ullstein in Fürth besucht, erfahren, dass es das Coronavirus in sich trägt. Weil es zuvor, am ersten Schultag nach den Ferien, noch den Unterricht besucht hatte, müssen seit Donnerstag sowohl die rund 30 Mitschüler zuhause bleiben als auch die beiden Lehrkräfte, die Kontakt zur Klasse hatten.

Alle Betroffenen, heißt es, wurden bereits getestet, ein zweiter Abstrich folgt in etwa einer Woche. Das Gesundheitsamt hat die Quarantäne zunächst auf 14 Tage festgelegt, also bis zum 22. September. Allein die Behörde darf entscheiden, ob die Zeit zuhause – zum Beispiel wegen negativer Tests – schon früher endet.

Routine entwickeln

"Wir werden Routine in diesen Fällen entwickeln", sagt Fürths Bildungsbürgermeister Markus Braun und verweist auf die Kindertagesstätten, wo es nach der Öffnung Ende Juni, Anfang Juli immer wieder zu zeitweisen Schließungen gekommen war. "Das wird nach und nach auch Fürther Schulen treffen", ist sich Braun sicher. Was ihn trotz allem freut: Bislang habe sich noch kein Kind in einer Fürther Kita oder einer Schule infiziert.

Konstantina Brown-Pfeiffer, neue Rektorin an der Ullstein-Schule, hat die Nachricht von der Quarantäne nach eigenen Worten ebenfalls nicht überrascht. "Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass wir dort, wo viele aufeinandertreffen, damit rechnen müssen", sagt die Rektorin und fügt an: "Für die Schüler tut es mir natürlich leid." Für sie greife aber seit dem ersten Tag zuhause ein entsprechendes Unterrichtskonzept. Brown-Pfeiffer zufolge stehen sie in Kontakt mit Lehrern, bekommen Arbeitsaufträge und nach Erledigung auch Rückmeldung.

In Nürnberg musste schon am Mittwoch ein kompletter Jahrgang der Bertolt-Brecht-Schule wieder zu Hause bleiben: Ein Gymnasiast, der am Dienstag an der Vollversammlung des Jahrgangs Q11 teilgenommen hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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