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Auf ewig Grün

ASV Fürth plant einen großen Kunstrasenplatz - 24.05.2012 09:00 Uhr

„Wir sind uns der Verantwortung bewusst“: Armin Kupka und Peter Walch (von links) vor dem B-Platz des ASV, der ab August komplett umgestaltet werden soll. © Mark Johnston


Wie das Schmuckstück aussehen könnte, lässt ein Foto erahnen, das mit Kabelbindern am Eingang zum Vereinsgelände befestigt ist: ewiges, gleichmäßiges, edles Grün.

Man braucht, zumal in der einst als Schmuddelecke geltenden Südstadt, etwas Fantasie, um diese Vision über den Ist-Zustand zu stülpen. Wo schon bald hochwertiger Kunstrasen in einem gepflegten Umfeld liegen soll, finden sich ein schrundiger Hartplatz, angejahrte Flutlichtmasten, wucherndes Gras, bedrückende Ödnis. Die südliche Hälfte des ASV-Geländes an der Magazinstraße wirkt wie vergessen.

Vereinsvorsitzender Peter Walch und Armin Kupka, der als Vorsitzender des eigens gegründeten Kunstrasenfördervereins eine Art Projektleiter ist, wissen, dass sie ein ehrgeiziges Vorhaben angeschoben haben. „Die Anlage soll ein Gewinn für das Ansehen der ganzen Südstadt werden“, sagt Kupka. Auf rund 600000 Euro belaufen sich die Kosten für die Umgestaltung des jetzigen B-Platzes. So viel Geld hat außer der SpVgg schon lange kein Fürther Sportverein mehr in seine Infrastruktur investiert.

Unter anderem wird der Hügel neben dem A-Platz abgetragen, das fragliche Gelände aufgearbeitet und neu aufgeteilt. So entstehen neben dem allein 400000 Euro teuren Kunstrasenplatz mit 90 Meter Länge und 57 Meter Breite zwei kleinere konventionelle Rasenflächen, die ebenfalls helfen sollen, den Trainings- und Spielbetrieb zu entzerren. Kupka, der auch Jugendleiter des Vereins ist, sagt: „Wir wollen nicht mehr ständig auf städtische Plätze ausweichen müssen.“ Ein wesentlicher Vorteil des Kunstrasens: Er ist in der Regel auch bei schlechtem Wetter bespielbar.

19 Fußballmannschaften, davon 16 im Nachwuchsbereich, laufen derzeit im Namen des ASV auf. Etwa die Hälfte der 650 Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche. In diesem Teil der Stadt existiert keine andere nennenswerte Anlaufstelle für junge Kicker. Vorsitzender Walch: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass wir hier der einzige Verein sind, den die Kinder mit dem Fahrrad anfahren können.“

„Ein Verein für alle“

Sport-Bürgermeister Markus Braun misst der anstehenden Investition eine „zentrale Bedeutung bei der Integration aller Bevölkerungsgruppen“ bei. Mit dem neuen Südstadtpark und dem Zuzug relativ gutsituierter Familien aus ganz Deutschland, hat sich die Klientel des ASV verändert. Während andere Vereine schrumpfen, verzeichnet Kupka vor allem im G- und F-Jugendbereich „enormen Zulauf“. Noch immer stammt etwa jedes zweites Kind aus Ausländerfamilien. Beim ASV gibt es sogar einen Migrationsbeauftragten. Kupka: „Wir wollen ein Verein für alle bleiben.“ Mit Freude registriert der Jugendleiter, dass sich etliche Eltern stärker engagieren, als das früher der Fall war.

Der ASV hat eine große Tradition als Ausbildungsklub. Vor Jahrzehnten wurden hier überregional beachtete Jugendturniere ausgetragen. Und auch die historische Holztribüne, die kürzlich vom Fußball-Magazin Elf Freunde zu einem der 100 deutschen Fußballorte gezählt wurde, die man als echter Fan gesehen haben muss, zeugt von vergangener Größe.

Dennoch — oder vielleicht gerade deshalb — war es nicht einfach, die ASV-Mitglieder für den Neuanfang zu begeistern. In der Vergangenheit hatten sich mehrere Fürther Vereine mit hohen Investitionen in ihre Sportanlagen in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten manövriert. Das schreckte ab. „Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten“, verrät Kupka.

Hilfreich wirkte der hohe Zuschuss der Stadt. Weil der ASV der Kommune einst ein Gelände in Oberfürberg überließ, das inzwischen verkauft wurde, kann Vorsitzender Walch mit 240000 Euro rechnen. Zieht man weitere Finanzspritzen, beispielsweise vom Bayerischen Landessportverband, ab, bleiben noch etwa 180000 Euro übrig, die der ASV aufbringen muss. Armin Kupka hat deswegen schon eine Patenschaft für Rasenparzellen initiiert. Wer pro Jahr zehn Euro zahlt, darf sich für einen Quadratmeter des neuen Platzes verantwortlich fühlen. Insgesamt gibt es 3150 Parzellen, laut Kupka sind noch sehr viele Patenschaften zu vergeben.

Wer den ASV Fürth unterstützen möchte, kann sich an den Kunstrasenförderverein wenden. Ansprechpartner ist Armin Kupka, Telefon (0176) 70320949. 

VON KURT HEIDINGSFELDER

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