Ermittlungen laufen

Auf Wiese in Langenzenn gefunden: Baby außer Lebensgefahr - Mutter weiter in U-Haft

9.6.2021, 14:40 Uhr
Im Gras, auf einer Grünfläche am Kloster, hatten Fußgänger beim Gassi-Gehen das Neugeborene gefunden.

Im Gras, auf einer Grünfläche am Kloster, hatten Fußgänger beim Gassi-Gehen das Neugeborene gefunden. © Foto: News 5/Bauernfeind

Der Vorfall sorgte für Bestürzung. Am vergangenen Mittwoch entdeckten Passanten am frühen Morgen ein stark unterkühltes und nur notdürftig eingewickeltes Baby auf einer Grünfläche in Langenzenn. Es wurde offenbar ausgesetzt. Das Mädchen wird noch immer im Fürther Klinikum behandelt, nachdem die Polizei zwischenzeitlich von Lebensgefahr sprach.

"Was das Überleben angeht, ist die Kleine über dem Berg", sagte eine Sprecherin des Klinikums gegenüber den Nürnberger Nachrichten. Einige Tage habe man das Baby in einer sogenannten künstlichen Unterkühlung gehalten, um Schäden am Gehirn zu verhindern. "Inzwischen hat sie wieder die normale Körpertemperatur." Auch selbstständig atmen kann der Säugling mittlerweile. Zu möglichen Folgeschäden könne man jetzt zwar noch keine Angaben machen, so die Sprecherin. "Wir sind aber vorsichtig optimistisch."

Derweil laufen die Ermittlungen. Die Mutter, die das Baby ausgesetzt haben soll, schwieg zunächst - und hat sich auch bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie sitzt weiter in Untersuchungshaft, sagte Antje Gabriels-Gorsolke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, auf Nachfrage der Nürnberger Nachrichten. Dort läuft das Verfahren wegen des Verdachts der sogenannten "Aussetzung". Nach Paragraph 221 des Strafgesetzbuches stehen darauf bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Verurteilt werden kann per Definition, wer einen Menschen "in eine hilflose Lage versetzt" oder "in einer hilflosen Lage im Stich lässt, obwohl er ihn in seiner Obhut hat oder ihm sonst beizustehen verpflichtet ist". Das gilt insbesondere für Eltern von Kindern.

Noch sind viele Fragen offen. Passanten fanden das Baby gegen 6.40 Uhr am Mittwochmorgen - wie lange es auf der kalten Wiese lag, ist aber weiter unklar. Die beiden Spaziergänger wickelten das Mädchen ein, um weitere Verletzungen zu verhindern. Auch das Jugendamt des Fürther Landkreises ist in die Aufarbeitung des Falls eingebunden.