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Dienstag, 02.06.2020

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Auflauf im Südstadtpark: Dabei sein ist alles

Marathon der Lebensfreude macht seinem Namen alle Ehre - 20.03.2011 19:00 Uhr

Sie liefen Runde um Runde für einen guten Zweck: Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Laufclub 21 zugute, der sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt und 2007 von Anita und Thomas Kinle, selbst Eltern eines Sohnes mit Down-Syndrom, gegründet wurde.

Noch bis vor wenigen Jahren herrschte das Vorurteil, Menschen mit dieser Behinderung könnten keine oder nur geringe sportliche Leistungen erbringen. Anita Kinle, selbst Marathon- und Ultramarathon-Läuferin, wollte sich damit nicht abfinden. Und dass das Gegenteil der Fall ist, zeigte auch die Veranstaltung: Unter den zahlreichen Teilnehmern, die aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar Großbritannien kamen, befanden sich etwa 40 Läuferinnen und Läufer, die mit der Trisomie 21, also dem Down-Syndrom leben müssen.

Mit sichtlicher Begeisterung und angefeuert vom Publikum waren etwa 40 Läuferinnen und Läufer im Südstadtpark am Start, die vom Down-Syndrom betroffen sind. © Günter Distler




Drei Halbmarathons hat die 26-jährige Carolin Kögel schon hinter sich und auch diesmal ging sie mit Begeisterung an den Start. „Hauptsache ist das Dabeisein“, meint sie. Die Zeit, die sie läuft, ist ihr hingegen egal. „Aber anstrengend ist es schon“ lacht sie.

Auch Julius Demuth (17) gehört zu den gehandicapten Läufern. Sieben Runden hat er hinter sich gebracht, doch ihm ist die Anstrengung ebenso wenig anzumerken wie dem 32-jährigen Stefan Aldebert. „Es hat viel Spaß gemacht, und außerdem trainiere ich jede Woche einmal drinnen auf dem Laufband und einmal draußen“, erzählt Julius.




Denn das haben alle gemeinsam. Sie werden bei ihren läuferischen Ambitionen vom Laufclub 21 mit persönlichen Trainern unterstützt. Wichtig ist dabei jedoch weniger die sportliche Leistung als vielmehr die Vermittlung der Freude am Sport.

Und die ist allen Beteiligten anzumerken — nicht nur denjenigen, die bei strahlendem Sonnenschein ihr Bestes geben, auch den vielen Zuschauern am Rand, die die Läufer mit Trommeln, Ratschen und Anfeuerungsrufen antreiben. „Ehrensache“ sei es, hier mitzumachen, sagt Max Schreier vom Laufteam der ABF-Apotheke stellvertretend für viele.


Ursula Svoboda

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