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Bahn bremst P & P an der Jakobinenstraße aus

Fürther Unternehmen sieht sich bei der Entwicklung einer Brachfläche behindert - 02.02.2018 11:41 Uhr

Büros, aber auch Studentenwohnungen sollen auf der Brachfläche zwischen der Jakobinenstraße und dem U-Bahn-Halt Stadtgrenze entstehen. Noch bleibt das Zukunftsmusik. © Foto: Edgar Pfrogner


Büros, Forschungsstätten, Wohnungen für Studenten: Die Pläne für das 37 000 Quadratmeter große Areal, das sich entlang der Bahngleise in Richtung Stadtgrenze ausdehnt, liegen längst in der Schublade. Im Dezember 2015 hatte P &P die Fläche gekauft – zu einem Teil von der früheren Bahn-Tochter Aurelis, zum anderen von der Bahn selbst. Ende Februar 2017 räumte auch der Fürther Recyclinghof das Gelände und zog in die Karolinenstraße um.

Zum Jahresende 2017 hätte P & P gerne mit "vorbereitenden Maßnahmen" begonnen, der Erschließung des Geländes und dem Bau eines Parkhauses. Auf der Brachfläche tut sich aber weiter wenig bis gar nichts. Das liegt an ihrer Vergangenheit als Betriebsfläche der Bahn.

Wie unsere Zeitung erfahren hat, sind zwar vor Jahren im Zusammenhang mit dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8, also dem Ausbau der ICE-Strecke von Nürnberg nach Berlin, die Weichen abgebunden worden, mit denen die Brache noch immer angeschlossen war. Aber offenbar schlummern weiterhin Gleise im Boden – und deren Rückbau wurde nie ordnungsgemäß beim Eisenbahnbundesamt beantragt.

P & P-Geschäftsführer Alexander Faust gibt die Schuld dafür der Deutschen Bahn: "Im Kaufvertrag wurde festgelegt, dass sie den Antrag stellt." Das sei bis heute nicht geschehen, schimpft er. "Die ganze Sache wurde im Konzern zwei Jahre lang hin- und hergeschoben."

Inzwischen scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen, auch weil P & P nach FN-Informationen gedroht haben soll, vom Kaufvertrag zurückzutreten. Zum P & P-Vorwurf, die Bahn habe den Antrag seit 2015 intern wie auf einem Rangierbahnhof verschoben, wollte sich die DB-Pressestelle in München am Donnerstag nicht äußern. Eine Sprecherin erklärte aber: "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sache." Voraussichtlich Ende Februar werde der Antrag auf Gleisrückbau beim Eisenbahnbundesamt eingereicht.

Problem für den Lokschuppen

Im Anschluss muss noch ein zweiter Antrag gestellt werden, den die Bahn gerade ebenfalls vorbereitet: Das Eisenbahnbundesamt muss das Grundstück von Bahnbetriebszwecken freistellen. Erst danach geht die Planungshoheit für das Gelände auf die Stadt Fürth über, erst dann kann das Rathaus überhaupt erst einen Bauantrag von P & P genehmigen.

Bei dem Fürther Unternehmen bleibt man skeptisch. "Dass die Bahn den Antrag einreicht, glaube ich erst, wenn ich ihn in der Hand halte", sagt Alexander Faust. Er geht davon aus, dass das zögerliche Handeln der DB das Projekt um gut ein Dreivierteljahr zurückgeworfen hat.

Ärgerlich sei das auch mit Blick auf den dort stehenden maroden historischen Lokschuppen, den P & P erhalten will und mit ersten Sicherungsmaßnahmen vor dem weiteren Verfall schützt. Das denkmalgeschützte Gebäude soll runderneuert und mit Strom, Wasser und Abwasserkanälen erschlossen werden, doch auch dabei sieht sich P & P ausgebremst. Sollte die Bahn den Antrag jetzt tatsächlich zeitnah stellen, erwartet Faust, dass ihn das Eisenbahnbundesamt "aufgrund des von der Bahn verschuldeten extremen Aufschubs" mit Vorzug bearbeitet. "Wir wollen auf jeden Fall in diesem Jahr noch loslegen."

Beim Eisenbahnbundesamt hält man sich auf Anfrage mit Prognosen zurück. "Ein gewisser zeitlicher Rahmen ergibt sich schon durch gesetzliche Fristen", heißt es. Und: Die Dauer des Verfahrens hänge immer sehr vom Einzelfall ab. "Da uns derzeit gar kein Antrag vorliegt, ist es nicht möglich, eine Einschätzung abzugeben."

Johannes Alles

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