Bahn frei für den Rad-Schnellweg im Landkreis Fürth

2.1.2021, 10:00 Uhr
Auf der Trasse, auf der einst die Gleise für die Bibertbahn verliefen, soll es ab 2025 für Radler flott vorangehen.

Auf der Trasse, auf der einst die Gleise für die Bibertbahn verliefen, soll es ab 2025 für Radler flott vorangehen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Bei einer Web-Konferenz hat das Bauamt den beteiligten Kommunen den aktuellen Stand der Planungen vorgestellt. Ausschlaggebend für die Festlegung auf die stillgelegte Gleistrasse war der direkte Anschluss an den Bibertradweg.

Über die zentrale Lage zwischen Zirndorf und Oberasbach könne ein hohes Nutzerpotenzial erschlossen werden. "Das sichert eine hohe Verkehrsqualität und Attraktivität für den schnellen Radverkehr", sagte Landrat Matthias Dießl, der die Entscheidung begrüßt. Er sprach von einem "Meilenstein hin zur Stärkung des Radverkehrs in der Region".


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Auf Grundlage der Untersuchung und der Zustimmung aller, die an dem Stadtgrenzen überschreitenden Gesamtprojekt der Radschnellverbindungen von Nürnberg, Stein, Oberasbach und Zirndorf beteiligt sind, kann nun der Förderantrag beim Bundesverkehrsministerium gestellt werden. Bei einer Zusage würde es bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen. Dießl äußerte die Hoffnung, "dass wir im Jahr 2025 auf der Bahntrasse zur Eröffnung des U-Bahnhofs nach Gebersdorf radeln können".

Planung aufgeteilt

Der Landkreis Fürth, die Städte Nürnberg, Stein, Oberasbach, Fürth und Zirndorf verfolgen gemeinsam den Bau einer Radschnellverbindung Nürnberg – Stein – Oberasbach – Zirndorf. Da die insgesamt rund 14 Kilometer lange Strecke verschiedene Gebietskörperschaften betrifft, teilen sich die Beteiligten die Planung. Die Städte Nürnberg und Stein planen in ihren jeweiligen Stadtgebieten, das Staatliche Bauamt Nürnberg kümmert sich um die rund 4,6 Kilometer lange Strecke auf Fürther Kreisgrund durch Oberasbach und Zirndorf.

Für diesen Abschnitt von Zirndorf-Leichendorf über Oberasbach bis zum Anschluss in Gebersdorf hat das staatliche Bauamt heuer "ergebnisoffen", wie es heißt, mehrere Varianten untersucht. Dabei wurden auch Routen über das Straßennetz im Zentrum von Zirndorf und am südlichen Ortsrand von Oberasbach und Altenberg beleuchtet. Aufgrund der dabei entstehenden Umwege, die der Akzeptanz schaden dürften, hat man diese Routen jedoch verworfen.

Ausbau diskutiert

Auch der Ausbau der bestehenden Geh- und Radwege auf dem innerörtlichen Abschnitt der Staatsstraße 2245 (Rothenburger Straße) auf Rad-Schnellwege-Niveau, etwa mit breiteren Radfahrstreifen auf Kosten der Fahrbahn, wurde diskutiert, aber ebenfalls abgelehnt: "Selbst wenn wir in diesem Abschnitt mit über 2000 Radlern täglich rechnen, bleibt diese einzige zentrale Straßenachse in die Landkreise Fürth und Ansbach mit über 20 000 Fahrzeugen täglich so stark belastet, dass man nicht einfach auf Fahrspuren verzichten kann", erklärte Andreas Eisgruber, Leiter des Bauamtes. "Wir wollen die Verkehrsteilnehmer ja nicht gegeneinander ausspielen, sondern das Angebot für alle verbessern."


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"Jetzt müssen wir aber die Bürger mitnehmen", bat Norbert Schikora, stellvertretender Bürgermeister von Oberasbach. Schließlich bringe der Radweg auf der seit Jahrzehnten brachliegenden Trasse der Bibertbahn starke Veränderungen für die unmittelbaren Anlieger mit sich.

Auch Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel plädierte dafür, den Stand der Planungen der Öffentlichkeit vorzustellen, "nachdem jetzt die für die Bahntrasse sprechenden Fakten auf dem Tisch liegen". Das, so verständigte man sich in der Runde, soll im Frühjahr, so weit es die Pandemie zulässt, bei Stadtratssitzungen in Stein und Oberasbach geschehen.

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