Baukunstbeirat fordert Verkehrskonzept

3.9.2011, 22:35 Uhr

© Hans-Joachim Winckler

Weder die Frage der Anlieferung noch die der Stellplätze sei bislang befriedigend gelöst, beklagt die Beiratsvorsitzende Brigitte Sesselmann. Sie hält aber auch Überlegungen für überfällig, wie der Einkaufsschwerpunkt die vorhandene Struktur der Geschäftsstraßen sinnvoll ergänzen könne. Sesselmann denkt etwa an einen Rundlauf wie in Nürnberg.

Noch sei nichts verloren, meint Baureferent Joachim Krauße, der Verständnis für die in der Beiratssitzung am vergangenen Donnerstag vorgetragenen Bedenken hat. Er werde darauf drängen, dass die Investoren ein klares Konzept für die Einbindung ihres Projekts in den öffentlichen Raum vorlegen. Zur Gestaltung der öffentlichen Flächen vor dem städtebaulich dominanten Parkhotel strebt der Baureferent einen Wettbewerb an. Dabei soll auch geklärt werden, ob der am City-Kino geplante Haupteingang attraktiver gestaltet werden kann, wie es der Baukunstbeirat anregt.

Ein Manko sieht auch Krauße darin, dass bislang zwar viel über die Art der Bebauung diskutiert wurde, aber vorrangige Strukturfragen außen vor blieben. Dabei habe schon „Neue Mitte“-Investor Sonae Sierra weder zur Erschließung noch zur Parkregelung ein realisierbares Konzept vorlegen können. Krauße: „Wir haben uns schon gefragt, ob die sich nicht selbst überhoben haben und am Ende ganz froh waren, dass ein Eigentümer die Realisierung ihres Vorhabens verhinderte.“

Als problematisch stuft der Baukunstbeirat die von den neuen Projektbewerbern geplante Anlieferung über die Moststraße ein. Denn dieser Straßenzug sei weder für einen stärkeren Lastverkehr ausgelegt, noch mit seinem historischen Flair geeignet, zum Hinterhof degradiert zu werden. Der Baureferent hält dafür, dass der geplante Lebensmittelmarkt kein gewöhnlicher Discounter für Massenware sein soll, sondern eher Feinkostcharakter habe. Weshalb auch die Lieferfahrzeuge eine Nummer kleiner als gewöhnlich ausfallen könnten.

Was zur Verärgerung des Baukunstbeirats beigetragen hat, war die Tatsache, dass er im Gegensatz zum Wirtschaftsbeirat in Sachen Einkaufsschwerpunkt bislang nicht um Rat gefragt worden ist. Das nährte die Befürchtung, dass bei der Planung frühzeitig Dinge festgezurrt werden, die hinterher nicht mehr zu ändern sind. Krauße bedauert, dass der Baukunstbeirat, wie übrigens der Arbeitnehmerbeirat, bei der Beteiligung am Verfahren „durch den Rost gefallen“ ist. Die strukturellen Überlegungen des Gremiums hält der Baureferent jedoch für gerechtfertigt.
 

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