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Mittwoch, 30.09.2020

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Baustelle an der Billinganlage: Normalität ist in Sicht

Ab Freitagabend rollt der Verkehr stadtauswärts wieder wie gewohnt - 13.08.2020 12:00 Uhr

Rot-weiße Absperrungen, wohin man blickt: Am Freitag sollen etliche verschwinden. Der Verkehr soll dann wieder auf den gewohnten Spuren fließen.

© Wolfgang Händel


Mit Unmut war zu rechnen, als neben der Kapellenstraße auch die Billinganlage zur Großbaustelle wurde – ein Verkehrsknoten, den täglich 45.000 Fahrzeuge passieren. Staus gibt es hier schon ohne Bauarbeiten, sie wurden nun länger.

Spott aber erntete die Stadt für etwas anderes: die "Regulierungswut", die manche Bürger hier entdeckten. Ein "grandioses rot-weißes Kunstwerk" sei entstanden, hieß es. Tiefbauamtschef Hans Pösl verteidigte die vielen Absperrungen freilich: Sie seien zum Schutz der Bauarbeiter nötig, zudem habe man die Verkehrsführung so gestaltet, dass sie im Laufe der Arbeiten nicht geändert werden müsse. Die umfangreiche Baumaßnahme dient dazu, Ampelanlagen so umzubauen, dass die Feuerwehr nach dem Umzug an die Kapellenstraße auf der vielbefahrenen B8 schneller vorankommt.


Verzögerung: Fürther Feuerwehr zieht erst 2021 um


Jetzt ist der Abschied vom "Kunstwerk" nah, jedenfalls von einem Großteil davon: Im Laufe des Freitags soll die Baustelle aus der Mitte des Knotens verschwinden, der Verkehr soll dann stadtauswärts wieder auf den gewohnten beiden Spuren fließen und auch das Abbiegen von der Vacher Straße in Richtung Innenstadt soll wieder möglich sein. Fußgänger können die Übergänge auf Höhe der Amm’schen Wirtschaft nutzen, kündigt das Rathaus an. Die Zufahrt von der Cadolzburger Straße in die Würzburger Straße möchte man ebenfalls öffnen.

Übergänge werden barrierefrei

Der Umbau sei aufwendig und werde sich wohl bis abends hinziehen, sagt Detlef Langhardt, Bauleiter im Tiefbauamt, auf FN-Nachfrage. Er ist vorsichtig, nachdem sich erst am vergangenen Donnerstag die Baustelle in der Kapellenstraße nicht so schnell zurückbauen ließ wie erhofft.

Bilderstrecke zum Thema

Gestern und heute: So hat sich die Fürther Billinganlage gewandelt

Die Billinganlage ist ein Platz in der Fürther Weststadt, an dem noch das letzte "Wegzoll"-Häuschen der Stadt steht. Sie war seit 1928 ein Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs, bis die Straßenbahnendschleife mit der Stilllegung des Fürther Straßenbahnnetzes 1981 aufgehoben wurde. Anschließend fuhren Busse und seit 2008 gibt es hier einen Brunnen. Hier einige Einblicke.


Komplett fertig ist man an der Billinganlage aber noch nicht: Auf Höhe des Espressohauses und der Hausnummern 2 bis 8 werden die Übergänge für Radfahrer und Fußgänger noch barrierefrei umgebaut. Aus der kleinen Straße hinter dem namensgebenden Platz kann man in nächster Zeit nicht in die Würzburger Straße abbiegen, sondern nur über die Vacher Straße herausfahren.

Und auch am gegenüberliegenden Straßenrand wird gearbeitet: Dort, zwischen Cadolzburger Straße und Flutbrücke, bekommen Radfahrer mehr Platz, um die Fahrbahn sicher queren zu können. Die Würzburger Straße erhält hier eine Ausbuchtung, sagt Langhardt. Der Gehweg neben dem alten Hochhaus muss deshalb etwas nach hinten versetzt werden.

"Eine völlig sinnfreie Barriere"

Vor einigen Tagen haben die Arbeiten hier begonnen – endlich, aus Sicht der Bewohner des Hauses: Zehn Wochen lang war der Zugang zum Gehweg bereits mit rot-weißen Absperrungen blockiert, ohne dass sich etwas tat. "Eine völlig sinnfreie Barriere", wie ein Mann verärgert sagt. Sie wurde zwar von Fußgängern immer wieder aufgemacht, von der Verkehrssicherungsfirma aber stets wieder geschlossen.

Die Folge: Ältere Menschen mussten das ganze Haus umrunden, um den (nachts unbeleuchteten) Weg entlang des Wiesengrunds zu nehmen. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kam wegen weiterer Absperrungen (in der Cadolzburger Straße) nicht einmal auf diesen Weg.

Der Start dieser Baumaßnahme habe sich verzögert, bestätigt Bauleiter Langhardt. Die Sperrung aber sei ja bereits für den gesamten Zeitraum beantragt gewesen – "da gab es eine Anordnung". Und nein – die könne man auch nicht einfach aufheben, sagt er. Nun wird eh gearbeitet, die Barriere bleibt wohl bis 18. September.

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