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Baustopp auf dem Möbel-Maag-Areal

Der Erlanger Bauträger MKK hat Insolvenz angemeldet - 04.09.2017 06:00 Uhr

Auf der Baustelle auf dem ehemaligen Möbel-Maag-Areal in Dambach ruhen derzeit die Arbeiten. © Birgit Heidingsfelder


Wer wissen will, wie die Häuser und Wohnungen im "Dambachpark" rund um das ehemalige Gelände von Möbel Maag einmal aussehen sollten, der wird im Internet fündig. Knapp viereinhalb Minuten dauert der Werbefilm über das ambitionierte Projekt. Eine Hummel fliegt darin vorbei an modernen Einfamilienhäusern entlang der Fuchsstraße, dann schwirrt sie durch die hochwertig ausgestatteten Wohnungen, die an der Unteren Straße geplant waren.

Vor Ort ist bislang jedoch wenig vom Glanz des Werbespots zu entdecken. Zwar stehen alle drei Doppelhäuser zwischen Fuchsstraße und Weiherhofer Straße, sie sind auch bereits bezogen. Vom zurückversetzten Einfamilienhaus aber ist noch nicht einmal der Rohbau fertig. Etwas weiter gediehen sind die 26 Wohnungen, die teils im Möbel-Maag-Gebäude, teils in Neubauten entstehen sollen. Einziehen kann dort aber niemand; der komplette Innenausbau steht noch aus.

Kredit gekündigt

Doch Maschinen oder Arbeiter sucht man auf der Baustelle vergebens. Seit Juli ist es dort ruhig geworden, weil die Erlanger Firma MKK Wohnpark GmbH Insolvenz anmelden musste. Dem Bauträger sei eine Kreditlinie gekündigt worden, woraufhin die noch offene Summe fällig geworden sei. Das wiederum habe zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens mit fünf Mitarbeitern geführt, erklärt Ingo Schorlemmer, Pressesprecher der Anwaltskanzlei Schultze & Braun, die auch einen Sitz in Nürnberg hat. Sie wird Ende September entweder ein Insolvenzverfahren eröffnen oder die Firma abwickeln.

"Die finanzielle Situation von MKK Wohnpark lässt es derzeit nicht zu, dass weitergebaut wird", sagt Schorlemmer. Im Moment prüfe der Insolvenzverwalter deshalb für jedes einzelne Objekt, wie weit der Bau fortgeschritten ist und was noch aussteht. Danach habe der jeweilige Käufer die Möglichkeit, seine Immobilie von einem anderen Unternehmen weiterbauen zu lassen. Da die Gebäude nach Baufortschritt bezahlt würden, halte sich der Schaden für die "Häuslebauer" in Grenzen. Sie hätten MKK Wohnpark bislang nur Geld für bereits erbrachte Leistungen überwiesen. Sicherlich aber verzögere sich für die künftigen Bewohner des "Dambachparks" der Einzugstermin, außerdem ist die Sache natürlich mit viel Ärger verbunden.

Ganz problemlos war auch das Bauvorhaben am Dambacher Talgrund von Anfang an nicht. Zunächst hatte sich der Fürther Bauträger P & P 2010 das Gelände am Ortsrand von Dambach gesichert. Knapp 20 Wohnungen sollten entstehen, wo Möbel Maag beheimatet war, gegenüber waren drei Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus mit PKW-Stellplätzen und einem Spielplatz angedacht.

Heftiger Gegenwind

Schnell jedoch blies dem Bauträger der Gegenwind von Anwohnern und Naturschützern ins Gesicht. Letztere sorgten sich vor allem wegen der sensiblen Lage des Areals: Das Maag-Möbelhaus, das unmittelbar an den Rednitzgrund grenzte, sollte Balkone bekommen, die in das Wasserschutz-, Überschwemmungs- und Landschaftsschutzgebiet ragen sollten.

Den Mitgliedern des Bundes Naturschutz trieb das Projekt zusätzliche Kummerfalten auf die Stirn. Sie fürchteten Rodungen alter Baumbestände auf dem "biotopartigen Gelände", das Heimat von Fledermäusen, Vögeln und Amphibien sei. So stark waren die Vorbehalte der Fürther, dass Verantwortliche der Stadt und des Bauträgers zu einer Informationsveranstaltung im Gemeindesaal der Erlöserkirche luden. Rund 60 Zuhörer nahmen daran teil.

Drei Jahre später zog sich P & P überraschend von dem Projekt zurück und gab das Areal schließlich an MKK Wohnpark ab. Diese hatten den Käufern der Immobilien den Einzug bis Frühjahr 2017 zugesichert. Ein Schritt, der nun in noch weitere Ferne rücken dürfte. 

GWENDOLYN KUHN

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