Bedarf an Bauland soll weiter gedeckt werden

24.1.2011, 22:00 Uhr
Proteste gegen die im Norden von Oberfürberg geplante Bebauung mit Einfamilienhäusern gaben den Anstoß für die aktuelle Analyse.

Proteste gegen die im Norden von Oberfürberg geplante Bebauung mit Einfamilienhäusern gaben den Anstoß für die aktuelle Analyse. © Winckler

Es handelt sich um das Darby-Areal mit 250 Wohnungen und den Golfpark mit 60 weiteren. An allen übrigen Stellen, wie dem Kavierlein mit 300 Wohnungen, Oberfürberg- Nord mit ebenfalls 300 Quartieren, dem Reichsbodenfeld mit 317 Wohneinheiten, dem Areal Heilstättenstraße mit 442 Wohnungen und dem alten Tucher-Brauereigelände mit 500 Wohneinheiten, lässt sich die Realisierung noch nicht absehen. Pro Wohnung rechnet die Stadt mit zwei Menschen. „Vielerorts haben die Eigentümer kein Interesse an einer Bebauung“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Jung. Daneben bereitet der Lärmschutz große Probleme.

Den Anstoß für die Untersuchung hat das Tauziehen um die Bebauung am Nordrand von Oberfürberg gegeben. Nach Ansicht von Projektgegnern, die in der Bürgerinitiative „Rettet Fürberg“ 1500 Unterschriften gesammelt haben, verfügt Fürth über genügend Alternativflächen, die weniger konfliktträchtig sind als der Grüngürtel am Stadtrand. Die SPD hat daraufhin eine Analyse beantragt.

Die Kommune rechnet weiterhin mit einem Bevölkerungszuwachs. Sie stützt sich auf eine Untersuchung des Landesamts für Statistik vom April 2010, wonach Fürth Ende 2028 von 120000 Menschen bevölkert sein wird. Bereits von 1999 bis 2009 hat sich die Einwohnerzahl Fürths um 4058 auf rund 114000 erhöht.

Vor allem Einfamilienhäuser sind laut Bauamt gefragt. Dadurch konnte bisher der Zuzug junger Familien gefördert und der Abwanderung vorgebeugt werden. Fürths größter Trumpf ist nach den Worten von Baureferent Joachim Krauße der Preisvorteil: Wohnungen in der Kleeblattstadt sind immer noch billiger zu haben als in den Nachbarstädten.

Dieses für den Bevölkerungszuwachs entscheidende Preisgefälle könne nur aufrecht erhalten werden, wenn genügend Wohnungsangebote vorrätig sind. Werde das Angebot geringer, zögen die Preise an. Fürth habe dann im Wettbewerb schlechtere Karten.

Kaum verlässliche Aussagen sind laut Untersuchung im Hinblick auf die Aktivierung von Wohnflächenpotenzialen im Geschosswohnungsbau möglich. Dabei geht es etwa um die Umwandlung von Gewerbeobjekten in Wohnhäuser.

Die SPD sieht nach den Worten ihres Stadtratsfraktionschefs Sepp Körbl in dem Gutachten einen Beweis für die Notwendigkeit, das Siedlungsprojekt Oberfürberg-Nord weiter voranzutreiben.