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Sonntag, 13.06.2021

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Bekommt das Fürther Pegnitzquartier eine lange Uferpromenade?

Zwei Varianten im Gespräch - Hotelprojekt Wolfsgrubermühle soll 2022 starten - 16.05.2021 06:00 Uhr

Die Wolfsgrubermühle mit vorgelagertem Wasserkraftwerk: Wenn es nach Unternehmer Philipp Streng geht, flanieren die Fürther hier eines Tages direkt am Fluss.

14.05.2021 © Foto: Ron Hübner


Im Rathaus hat man große Pläne für das Quartier rund ums Heinrich-Schliemann-Gymnasium, die alte Feuerwache und die ehemalige Wolfsgrubermühle: In die Wache werden wohl städtische Einrichtungen plus Kunst- und Kulturinitiativen einziehen, ins jetzige HSG womöglich ein viertes Fürther Gymnasium, die einstige Mühle soll sich in ein Hotel verwandeln.

Flächen wie der Helmplatz und die Mühlstraße bis zum HSG-Neubau hinter dem Sozialrathaus sollen verkehrsberuhigt werden. Zwischen Feuerwache und Fluss könnte eine kleine Fußgängerzone entstehen. Und wenn alles so kommt, träfe die auf eine Uferpromenade, die am Karlsteg (Höhe Stadttheater) beginnt.

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Doch wo soll die enden? Auch wenn Kritiker Probleme mit dem Naturschutz befürchten, sieht der Maßnahmenplan des Baureferats, der insgesamt 14 Vorhaben auflistet, momentan zwei Varianten vor: eine kurze Promenade bis zum Helmplatz und eine längere, die – als Steg direkt am Wasser – am historischen Mühlenkomplex aus Backstein vorbei bis zum neuen Schliemann-Areal führt.

Die Stadt bereitet einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Viertels vor. Er soll heuer ausgelobt werden, sagt Stadtplanungsamtschef Jonas Schubert, der sich von den Teilnehmenden "schöne Lösungen" erhofft.

Ideen hat der Fürther Immobilienunternehmer Philipp Streng bereits, der aus dem Mühlenkomplex ein Hotel – "einen Familienbetrieb, keine Kette" – mit vier bis viereinhalb Sternen und "80 bis 100 Zimmern" machen möchte, eine Skybar hoch oben auf dem Dach und ein Café am Fluss inklusive. Er sieht längst vor sich, wie Menschen an der Pegnitz entlangschlendern, sich auf der Café-Terrasse einen Espresso bestellen, den Enten zuschauen. . .

Ein Kindheitstraum

Strengs Name steht für behutsame Denkmalsanierungen, beispielhaft seien die "Malzböden" auf dem ehemaligen Humbser-Areal genannt. Aktuell bringt Strengs Firma MIP den Hauptbahnhof auf Vordermann. Nun will der ehemalige Schliemann-Schüler alles daran setzen, dass sein "Kindheitstraum" wahr wird: eine Neubelebung des Mühlenareals, an dem er einst so oft vorbeigeradelt ist.

Bis dahin müssen noch dicke Bretter gebohrt werden. Zunächst ist zu klären, wie es mit dem Wasserkraftwerk samt seinen Turbinen weitergeht. Streng schwebt ein Neubau vor, einige Meter flussaufwärts, nördlich des Mühlenkomplexes. Das Problem an den Turbinen, sagt er, sei nicht so sehr der Lärm. Es seien vielmehr die Vibrationen, die sie verursachen.

Knifflig: Wasserkraftwerk und Mühle haben ein gemeinsames Fundament, theoretisch könne man das zerschneiden – aber ob das ratsam ist?

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Das Kraftwerk gehört einer Familie aus Oberbayern, die auch Mühlen-Miteigentümerin ist. Prinzipiell habe diese nichts gegen einen Neubau, so Streng. Doch gelte es neben der Kostenfrage mit Behörden und Verbänden etliche umwelt- und wasserrechtliche Belange zu klären. Unter anderem gehe es um neuere Vorschriften zum Wasserdurchfluss, die für das Bestandsgebäude unmaßgeblich sind, nicht aber für einen Neubau, und die Zukunft der Fischtreppe.

Die Pandemie, sagt Streng, erschwere Verhandlungen über die "sehr komplexen" Sachverhalte. "Ich hoffe, wir können uns bis zum Sommer an einen Tisch setzen." Fest stehe: "Wir tüfteln an Lösungen und kriegen das hin."

2022 will er "unbedingt" loslegen mit den Bauarbeiten. Interessenten für das Hotel gebe es, trotz Corona. Einem künftigen Betreiber will Streng nicht vorgreifen. Doch sollte das Turbinenhaus dann leergeräumt sein, kann er sich darin einen Spa-Bereich vorstellen oder den Frühstücksraum – mit Panzerglas auf den Löchern, die die Turbinen im Boden hinterlassen würden, und direktem Blick aufs Wasser.

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