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Freitag, 27.11.2020

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Bekommt Fürth einen zweiten Solarpark?

Ein Investor möchte die Anlage an der Bahntrasse in Burgfarrnbach errichten - 21.11.2020 16:00 Uhr

Ein Acker an der Bahnlinie in Burgfarrnbach, unweit von Bruder-Spielwaren, kommt als Solarpark-Standort in Frage.

19.11.2020 © Hans-Joachim Winckler


Derlei Meldungen gab es zuletzt ja nur aus dem Landkreis: Photovoltaikanlagen entstehen in Großhabersdorf und Wilhermsdorf, entsprechende Anträge gingen auch in Cadolzburg oder Langenzenn ein. Was die einen als Beitrag zur Energiewende freut, lässt andere die Stirn runzeln und über die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds oder den Flächenverbrauch klagen.


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„Es geht einfach nicht, dass man überall eine Photovoltaikanlage baut“, sagt etwa Peter Köninger, Kreisobmann des Bauernverbands. Denn: „Gerade bei uns im Großraum werden die Flächen immer knapper.“

Ein sensibles Thema also, auch für die Stadt Fürth, die allerdings seit 2011 ein Standortkonzept hat: Entlang von Bahntrassen, Autobahnen oder Bundesfernstraßen wurden 18 Flächen im Stadtgebiet ermittelt, die sich für Solarparks eignen. Bedingung: Der Abstand zu Bahntrasse oder Autobahn darf maximal 110 Meter betragen.

Bis zu 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr

In den vergangenen Jahren gab es durchaus Bauanfragen bei der Stadt; konkret wurde diese aber nie. Mit der Folge, dass bis heute nur einige Rechte, Rechte Photovoltaikanlagen im Bereich von Würzburger Straße und Flugplatzstraße Bedingt. Große Solarparks? Fehlanzeige. Bis jetzt.

Auf einem Acker in Burgfarrnbach, auf der Höhe von Bruder-Spielwaren, auf der Grundlage von 1,25 Hektar Sonnenstrom, auf einer Anlage, auf der Höhe von 1,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Da das Grundstück in einer der 18 ausgewiesenen Flächen fällt, hält das Baureferat den Standort für geeignet. Nun muss der Stadtrat entscheiden, ob er grünes Licht gibt.

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Was der Bund Naturschutz dazu sagt? Dem wäre es am liebsten, Photovoltaik-Anlagen würden nicht auf Freiflächen, sondern auf Dächern gebaut. Der konkrete Fall aber, sagt BN-Chef Reinhard Scheuerlein, sei „relativ unproblematisch“. Weil die Anlage nicht besonders groß ist und direkt an der Bahntrasse liegt.


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Aber: Von der Stadt wünscht er sich, dass sie auch ein Auge darauf hat, „was unterhalb der Anlage passiert". Sprich: Der Boden sollte einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Der Bauernverband macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: Innerhalb von 25 Jahren sei im Stadtgebiet ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche verlorengegangen - zu viel, findet Köninger.

In der Stadtverwaltung jedenfalls ist man schon dabei, das Standortkonzept zu überarbeiten. Jonas Schubert, Leiter der Stadtplanungsamts: "Es ist wichtig, Freiflächen-Photovoltaikanlagen über ein Konzept zu steuern, das unterschiedlichste Aspekte berücksichtigt – beispielsweise dem, ob Flächen durch Auto- oder Eisenbahntrassen vorbelastet sind oder ob Orts- und Landschaftsbild durch eine Anlage beeinträchtigt würden."

 

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