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Bernd Klaski fordert Thomas Zwingel

Der CSU-Kandidat setzt auf "die große Wechselstimmung in der Bevölkerung" - 02.08.2019 06:00 Uhr

Will frischen Wind ins Zirndorfer Rathaus bringen: Bernd Klaski (Mitte), flankiert von Stadt- und Bezirksrat Michael Maderer (links) und CSU-Fraktionschef Udo Nürnberger. © Thomas Scherer


Polizeihauptmeister Bernd Klaski von der Zirndorfer Inspektion ist seit knapp 15 Jahren als Verkehrserzieher unterwegs, um Kindergarten- und Schulkinder für die Gefahren auf den Straßen zu sensibilisieren. Als Bürgermeister will der 47-Jährige frischen Wind ins Zirndorfer Rathaus bringen.

Im "Goldenen Löwen" haben ihn die drei CSU-Ortsverbände Zirndorfs nominiert. Der Saal ist mit über 70 Besuchern gut gefüllt, 33 von 47 möglichen Stimmen erhält Klaski, was so viel nicht aussagt, wie die anschließende Nominierung für die Stadtratsliste auf Platz eins zeigt: Da stellen sich dann schon 39 Leute hinter ihn.

Das scheint zu bestätigen, was Kernstadt-Vorsitzender Christian Spitzer vorab über Klaski sagte: Noch selten, so Spitzer, habe er einen Menschen erlebt, "der mit so viel Freude und Leidenschaft auftritt, das reißt die Menschen mit". Nach der Kür gibt es stehende Ovationen. Und von Spitzer ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "1 im Rathaus 2020" – für einen Bewerber, mit dem bis vor etwa drei Wochen, als die Nachricht von Klaskis Kandidatur durchsickerte, keiner rechnete. So populär Klaski bei Kindern und infolgedessen auch bei Eltern ist, so unbekannt war er auf kommunalpolitischer Ebene. Die auf den Tischen verstreuten Kugelschreiber zeigen noch nicht mal seinen Namen, sondern den des Fürther Bundestagsabgeordneten Christian Schmidt. "Die müssen halt noch weg", kommentiert das Bezirks- und Stadtrat Michael Maderer.

Getrieben davon, so Klaski, dass er "etwas machen wollte" für die Stadt in der der gebürtige Kirchfarrnbacher seit 20 Jahren mit Gattin Marion lebt, liebäugelte er mit einem Stadtratsmandat. Erst vor zwei Jahren ist er der CSU beigetreten. Seit Frühjahr gehört er zum Vorstand des Kernstadt-Ortsverbands. Aus dem Ziel, auf der Stadtratsliste zu landen, wurde im Rahmen der Sondierungsgespräche der Findungskommission unter Regie Spitzers dann nicht nur eine Stadtrats-, sondern gleich die Bürgermeister-Kandidatur.

Im "politischen Wettbewerb"

Das Wort Wahlkampf will Klaski nicht in den Mund nehmen. "Ich spreche lieber vom politischen Wettbewerb, dem ich mich stelle." Persönliche Angriffe liegen ihm fern, die liefert an diesem Abend Landtagsabgeordnete Petra Guttenberger. In ihrem Grußwort zeigt sie sich "froh", auf so starke Ortsverbände wie die Zirndorfer setzen zu können. Sie warteten mit einem Kandidaten auf, "der sympathisch ist und gut auf Menschen zugehen kann. Noch haben wir in Zirndorf einen, der im Amt sitzt und eher muffig ist".

Klaski derweil zeigt sich überzeugt, dass Amtsinhaber Thomas Zwingel von der SPD nicht wie vor acht Jahren bei damals ebenfalls drei Mitbewerbern gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit holt: "Die Wechselstimmung ist groß. Die Leute wollen einen, der frischen Wind reinbringt. Und der nicht immer erst mal ,Nein‘ sagt, sondern den Mut hat, neue Wege zu gehen, so dass wieder etwas vorangeht in Zirndorf."

Um sich zu beschreiben, zitiert Klaski aus seinen Dienstbeurteilungen: Da ist von absoluter Zuverlässigkeit, planvollem Arbeiten, Belastbarkeit und bürgernaher, gleichzeitig freundlich bestimmter Art die Rede. Eine Charakteristik, die er noch um die Eigenschaft "unkonventionell" ergänzt. "Wenn‘s sein muss, muss man sich auch mal über Vorgaben hinwegsetzen", sagt er.

Als Problemfelder benennt der Kandidat unter der Überschrift "Stadtentwicklung" Defizite wie die Leerstände in der Nürnberger Straße, ein zu wenig genutztes touristisches Potenzial, fehlende Gewerbeflächen oder "ein vernünftiges Verkehrskonzept", das er vermisst. Spektakuläre Ankündigungen gibt es von Klaski nicht. "Ich kann den Leuten nicht versprechen, dass es mit mir eine neue Feuerwache gibt, wenn unklar ist, ob das Geld reicht, das wäre unredlich."

Bei aller Bodenständigkeit in der Themenwahl scheut Klaski auch vermintes Terrain nicht. "Bei den Verhältnissen im Stadtrat und in der Verwaltung hapert es gewaltig", findet er. Mitarbeiter im Rathaus fühlten sich eher gehemmt denn wertgeschätzt. Tief zerrüttet sei der Stadtrat, das schade dem Ansehen des Gremiums und der Stadt selbst. "Es braucht einen kompletten Neustart, um ein neues Miteinander zu generieren", glaubt er. 

Sabine Dietz

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