Besucheransturm auf Fürths neue Frauenklinik

24.10.2010, 14:01 Uhr
Tag der Offenen Tür im neuen Nathanstift: Großer Andrang herrschte in der Teddybärenklinik.

Tag der Offenen Tür im neuen Nathanstift: Großer Andrang herrschte in der Teddybärenklinik. © Mark Johnston

Dicht gedrängt lauschten die "Kinder des Nathanstifts" mit ihren Angehörigen in der Eingangshalle Klezmerklängen und mehreren Ansprachen anlässlich der offiziellen Einweihung des Mosaiks.  

Bürgermeister Markus Braun zeigte sich, wie er in seiner Rede betonte, beeindruckt davon, dass so viele, nämlich 300 Personen, ihr Konterfei für das Denkmal zu Ehren des Klinikstifters eingesandt hatten. Das zeige doch, so Braun, wie sehr sich die Menschen mit ihrer Stadt und mit der Geschichte des Nathanstifts verbunden fühlten.

Barbara Ohm, ehemalige Stadtheimatpflegerin und Mitglied des Stiftungsrats, sagte, Alfred Nathan "hätte sich sicher gefreut über die Fortentwicklung seiner Stiftung und darüber, wie viele Menschen dadurch einen guten Start ins Leben bekommen haben". Ohm und Klinikumssprecher Kamran Salimi haben ein Buch mit dem Titel "Nathanstift und Frauenklinik in Fürth" herausgebracht, das die versammelten "Nathanianer" nun als kleines Dankeschön erhielten, das in Kürze aber auch im Buchhandel erhältlich sein soll.

Herausforderung für die Besucher: Nähen am Gummimodell

Der in Fürth geborene Anwalt Alfred Nathan hatte der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts 300.000 Goldmark vermacht. Mit dem Geld sollte eine Stiftung begründet werden mit dem Ziel, ein Wöchnerinnen- und Säuglingsheim zu errichten und so die damals dramatisch hohe Säuglingssterblichkeit zu senken. Am 28. November 1906 wurde das Nathanstift in der heutigen Tannenstraße eröffnet, 1967 siedelte es auf das heutige Klinikgelände um.

Erst am kommenden Samstag werden in der neuen Fürther Frauenklinik die ersten Kinder zur Welt kommen. Doch beim Tag der Offenen Tür machten sich schon jetzt viele Fürther selbst ein Bild von ihrem neuen Nathanstift, das die Cadolzburger Firma Cadolto aus 135 Raumzellen in Modulbauweise errichtet hat.

Viel Lob gab es dabei vor allem für die hellen, lichtdurchfluteten Räume. Auf großes Interesse stießen nicht nur der Kreiß- und Operationssaal, sondern auch viele Aktionen und Vorführungen. So konnten sich die Besucher etwa im chirurgischen Nähen am Gummimodell oder in der Schlüsselloch-Chirurgie ausprobieren. 

Großen Zulauf hatte auch die Teddybärenklinik, in der die kleinen Besucher Puppen und Stofftiere unter fachlicher Anleitung abhören, rönten und kurieren konnten.