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Bienenfreundlich mähen: Fürther Fachleute geben Tipps

Richtige Uhrzeit beachten - Statt Mähroboter lieber Schnitt mit der Sense - 23.07.2019 21:00 Uhr

Kamille, Kornblumen, Sonnenblumen, Ringelblumen, Borretsch und anderes: die Blühfläche des Kreppendorfer Landwirtschaftsbetriebs von Katrin und Michael Müdsam. © Birgit Heidingsfelder


Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth (AELF) hat in einem Faltblatt eine Auswahl an Tipps zusammengefasst. Johanna Koch, neue Fachberaterin für tierische Erzeugung am AELF, trug diese neulich bei einem Pressetermin am Rand einer Blühfläche in Kreppendorf vor.

Schlecht zu mähende Ecken einer Wiese solle man einfach seltener mähen, heißt es da beispielsweise, und grundsätzlich empfehle sich das Mähen auf die Zeit morgens vor 9 Uhr bzw. abends nach 18 Uhr und damit vor oder nach dem Bienenflug zu verlegen. Auch rät das AELF zu eventuell sinnvollen Pflanzenschutz-Spritzungen nur dann, wenn sich die Bienen im Stock befinden.

Behördenleiter Horst Krehn betont, viele Landwirte hätten dieses Wissen intus. Doch bittet er die Bewohner von Siedlungen, die an Ackerflächen angrenzen, um Verständnis, wenn Bauern schon morgens oder erst abends zum Mähen ausrücken.

Ordnungsdenken ist schlecht für Bienen

Auch steht nach seiner Beobachtung nach wie vor ein ausgeprägtes Sauberkeits- und Ordnungsdenken naturfreundlichen Vorgehensweisen im Weg. In Kommunen und Privatgärten, klagt er, "wird immer noch viel zu viel gemäht und gemulcht".

Beschäftigte in Straßenmeistereien oder Bauhöfen, sagte Landrat Matthias Dießl, würden traditionell daran gemessen, "wie sauber die Landschaft aussieht". Ein Umdenken finde trotzdem statt.

Bei der Stadt Fürth etwa reduziert man den Umfang der Mähvorgänge auf öffentlichen Grünflächen so weit wie nur möglich, behält aber auch andere Erfordernisse im Blick. Beispielsweise müssen an Straßenrändern oder in Kreuzungsbereichen Sichtachsen stets frei sein, damit die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt. Jede Fläche sei individuell zu bewerten, hieß es dazu kürzlich aus dem Grünflächenamt.

Insektenflächen nur einmal im Jahr mähen

AELF-Chef Krehn findet es erfreulich, wenn auch Privatleute in ihren Gärten Wiesen als kleine Rückzugsgebiete für Insekten schaffen. Man dürfe diese Bereiche dann aber auch nur einmal im Jahr mähen, mahnt er, und müsse Rasenmäherroboter davon fernhalten. Ideal sei ein Schnitt mit der Sense, "denn ein Rasenmäher zertrümmert Flora und Fauna".

Kreisbäuerin Bettina Hechtel weist darauf hin, dass sich Blühmischungen in Wirklichkeit nicht immer so üppig präsentieren wie auf den Samentütchen. Das sei nun mal ein Pflanzenmix, da gehe manches nicht auf, und während das eine blüht, ist das andere schon wieder welk und trocken. "Das wirkt ein bisschen unordentlich, aber das muss man aushalten." 

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