Bis zu 600 Impfungen pro Tag möglich: Fürther Impfzentrum ist bereit

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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15.12.2020, 21:00 Uhr
Im ehemaligen Seniorenheim Curanum ist das Fürther Impfzentrum eingerichtet worden.

© Hans-Joachim Winckler Im ehemaligen Seniorenheim Curanum ist das Fürther Impfzentrum eingerichtet worden.

Im Eingangsbereich wird noch fleißig gewischt, am Tresen liegen bereits die Anamnesebögen aus, die jeder Besucher ausfüllen muss, an den Zimmertüren hängen Mitarbeiterinnen die letzten Hinweisschilder auf.

Ginge es nach den Verantwortlichen vor Ort, könnte es sofort losgehen: "Das Impfzentrum ist bereit", verkündet Landrat Matthias Dießl, der sich gestern gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Jung ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten im früheren Seniorenheim Curanum in der Fürther Rosenstraße machte.

Was jetzt noch fehlt, ist allein der Impfstoff. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat dessen Zulassung zwar für den 23. Dezember in Aussicht gestellt. Doch dann müssten, wie Dr. Michael Hubmann, der ärztliche Leiter des Impfzentrums, erläutert, die Chargen noch vom Paul-Ehrlich-Institut freigegeben werden und auch das Robert-Koch-Institut seine Empfehlung abgeben. "Bei aller Ungeduld hat jeder Patient das Recht, einen geprüften und sicheren Impfstoff zu bekommen", sagt Hubmann.


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Dießl geht derzeit von 600 Impfungen täglich aus – damit läge man deutlich über der Mindestkapazität, die ursprünglich mit 250 Impfungen angegeben wurde. "Wir sind in der Lage, alles, was uns an Impfstoff zur Verfügung gestellt wird, auch zu verimpfen."

Dazu hat das Team der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth (AGNF), die das Impfzentrum im Auftrag von Stadt und Landkreis betreibt, im Erdgeschoss eine sogenannte Impfstraße mit mehreren Zimmern eingerichtet – ausgestattet mit Besprechungstisch, Liege und den nötigen Impfutensilien. Weitere Räume im Obergeschoss können bei Bedarf dazukommen. In einem Raum wartet der leere Kühlschrank auf die Lieferung der ersten Chargen.


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Wenn es so weit ist, nimmt nach einem aufklärenden Gespräch mit dem Arzt eine Pflegefachkraft die Immunisierung vor. Nach einer Beobachtungszeit von wenigen Minuten kann der Geimpfte das Zentrum wieder verlassen. Geöffnet ist es in Zukunft an sieben Tagen die Woche von acht bis 16.30 Uhr.

Mobile Impfteams versorgen Seniorenheime

Die AGNF plant derzeit mit vier Impfteams, wobei zu Beginn der mobile Einsatz in Senioren- und Pflegeheimen, die primär zu versorgen sind, im Vordergrund steht. Hier kommen die Verantwortlichen direkt auf die Einrichtungen zu, eine eigenständige Kontaktaufnahme ist nicht notwendig.

Im nächsten Schritt sollen dann die über 80-Jährigen aus Stadt und Landkreis versorgt werden. Eine Terminvergabe wird voraussichtlich ab Anfang oder Mitte Januar möglich sein. Das Impfzentrum ist für einen sechsmonatigen Betrieb gedacht. Langfristig sollen die Impfungen in den jeweiligen Arztpraxen erfolgen.


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Mittlerweile gibt es auch mehr Klarheit über die Parkplatzsituation. Für Besucher gibt es vor der Einrichtung 25 kostenlose und barrierefreie Stellplätze. Auch kann die Parkgarage in der Stadthalle kostenfrei genutzt werden, dafür bekommt man im Zentrum Ausfahrttickets. Insgesamt, so Dießl, stünden im Umfeld 650 Parkplätze zur Verfügung. Außerdem sei die Einrichtung mit dem ÖPNV gut erreichbar.

"Wir setzen große Hoffnung in diesen Impfstoff", sagte OB Thomas Jung. Der harte Lockdown sei unausweichlich, das Impfen aber werde er nicht ersetzen. Jung appellierte an die Verantwortlichen auf Bundes- und Europaebene, sich für eine rasche Zulassung des Impfstoffs einzusetzen: "Die Menschen sind ungeduldig."

Informationen zum Impfzentrum unter www.agnf.org/impfzentrum

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