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Blume erhält den Fürther Kulturpreis 2020

Die Stadt würdigt den Einsatz der Historikerin im Dienst der Geschichte der jüdischen Bevölkerung - 04.07.2020 21:00 Uhr

Gisela Naomi Blume auf dem von ihr rekonstruierten alten jüdischen Friedhof in der Weiherstraße. Ihre nach dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis wichtigste Kultur-Auszeichnung vergibt die Stadt heuer an die 81-jährige Historikerin und Buchautorin.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Dies machte die Stadt am Freitag bekannt. An den kunstkeller o27 geht heuer der Sonderpreis Kultur (5000 Euro), und mit zwei Kulturförderpreisen (je 3000 Euro) ehrt die Stadt die bildende Künstlerin Barbara Engelhard sowie den Geiger Moritz König.

"Gisela Naomi Blume hat beispiellos die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Fürths, ihre gesellschaftlichen und kulturellen Leistungen, aber auch das Leben der ,Namenlosen‘ erforscht und festgeschrieben", heißt es in der Begründung des Kuratoriums zur Verleihung der kulturellen Preise. Mit ihren Büchern habe sie an die Vergessenen, Vertriebenen und Ermordeten erinnert und gleichzeitig gezeigt, wie groß der Verlust für die Stadt gewesen ist.

Die 1938 geborene Historikerin und Autorin begann ihr Fürther Engagement mit der Rekonstruktion des alten jüdischen Friedhofs. 2001 konvertierte sie zum Judentum und stand der Kultusgemeinde von 2004 bis 2008 vor. 2011 zeichnete die Stadt sie mit dem Goldenen Kleeblatt aus. Blume ist die 14. Kulturpreisträgerin, sie folgt auf Kabarettist Matthias Egersdörfer (2018). Erster Preisträger war 1970 Komponist Werner Heider.

Ebenfalls im Zwei-Jahres-Takt wird, für "kontinuierliche und/oder herausragende Akzente", der Sonderpreis Kultur verliehen. Seit 20 Jahren macht der kunstkeller o27 – er nennt sich "Verein zur Förderung kreativer Kunst in Fürth" – in der Ottostraße "besondere Konzerte" und sei eine wichtige Adresse für Musiker und Bands.

Mit ihren Ausstellungen ist die 1974 in Nürnberg geborene Barbara Engelhard eine feste Größe in der hiesigen Kunstszene. "Kommt zusammen!" hieß etwa das Stühle-Projekt 2018 auf der Kleinen Freiheit. Zu den Auszeichnungen, die die in Fürth lebende Künstlerin bereits erhielt, zählt der Kulturpreis 2017 der Nachbarstadt. Seit 2018 ist sie Kuratorin der "Blauen Nacht", Lehraufträge führten sie an die Akademie. Im Kunstverein Nürnberg assistierte sie Natalie de Ligt, die seit Juni die kunst galerie fürth leitet.

Weiterer Kulturförderpreisträger neben Engelhard ist Moritz König. Der gebürtige Fürther, Jahrgang 1997, sammelte als Geiger erste Erfahrungen bei den Jungen Fürther Streichhölzern. Seit einem Jahr ist der Sohn von Regionalkantor Andreas König und "Jugend musiziert"-Landespreisträger Konzertmeister der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt am Main. 2008 nahm er den Talentpreis des Theatervereins entgegen, 2016 den Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis.

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