„Bunte Hügel“ wieder frei

4.11.2011, 13:00 Uhr

© Günter Distler

Aufgrund massiver Kritik aus der Bevölkerung hat sich die Kommune zum Flickwerk entschlossen. Und das, obwohl sie den Hersteller doch für die Schäden haftbar machen will. Seit drei Jahren schon prozessiert die Stadt erfolglos. Erst heuer wurde ihr Gutachter wegen Befangenheit vom Gericht zurückgepfiffen.

„Wir gehen davon aus, dass der neue, vom Gericht bestellte Gutachter die Position der Stadt bestätigt“, sagt Baureferent Joachim Krauße auf Anfrage der Fürther Nachrichten. Die Stadt führt die Schäden nämlich auf Planungs- und Herstellungsfehler zurück. Das Risiko, mit der provisorischen Reparatur in Eigenregie den Prozessverlauf nachteilig zu beeinflussen, nehme man, so Krauße, in Anbetracht der Bedeutung des Spielplatzes in Kauf.

Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Südstadtparks musste ein Teil der Bunten Hügel wieder gesperrt werden, weil sich der zum Fallschutz aufgeklebte Kunststoffüberzug vom Beton löste. Die zur Spielplatzmarkierung angebrachten drehbaren Figuren fielen ebenfalls schon nach kurzer Zeit dem Vandalismus zum Opfer. Die schadhaften Stellen des bunten Fallschutzes wurden ausgebessert. Allerdings traten bald andernorts weitere Schäden auf. An Ostern 2009 riegelte die Stadt das moderne Spielareal daraufhin gänzlich ab und pocht seitdem beim Hersteller auf Schadensersatz. Das Problem: Der nicht sehr fest haftende Belag bietet dem Vandalismus Angriffsflächen. Wer letztendlich die Schuld an den Schäden trägt, ist eine knifflige juristische Frage,

250000 Euro haben die Spielanlagen des insgesamt 5,3 Millionen Euro teuren Südstadtparks gekostet. 2004 ist die zehn Hektar große Grünanlage als Herzstück der neuen Wohnsiedlung auf dem Gelände der ehemaligen Darby-Kaserne eingeweiht worden. Allein die Pflege schlägt jährlich mit rund 200000 Euro zu Buche.

 

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