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Bürgerbus, Barrierefreiheit, Bäume

Podiumsdiskussion der Diakonie-Gemeinschaft mit den Bürgermeisterkandidaten stieß auf viel Interesse - 07.02.2020 14:00 Uhr

Rektor Friedrich Rößner (rechts) gab allen Kandidaten, Parteien und Wählergruppierungen für die Wahl zum Bürgermeister und zum Gemeinderat die Möglichkeit, sich zu präsentieren. © Ralf Jakob


Der Grund für das große Interesse dürfte darin liegen, dass diesmal so ziemlich alles anders ist als in vergangenen drei Kommunalwahlkämpfen: Neben den im derzeitigen Gemeinderat vertretenen Parteien der CSU, SPD und Freie Wähler treten der erst kürzlich gegründete Ortsverein der Grünen und die Wählergruppierung "Bürger für Puschendorf" mit eigenen Listen an.

Für die Neubesetzung des nach 18 Jahren aus Altersgründen ausscheidenden Bürgermeisters Wolfgang Kistner wurde weder von der CSU noch von der SPD, die wechselweise seit 48 Jahren den Bürgermeister stellten, ein Nachfolgekandidat nominiert. Stattdessen haben die etwa 1900 Wahlberechtigten in Puschendorf nunmehr die Qual der Wahl zwischen zwei Bewerbern und einer Bewerberin für den Chefposten im Rathaus. Zudem gibt es 70 Kandidaten um die 14 Plätze im nächsten Gemeinderat.

Um das höchste Amt in der Gemeindeverwaltung bewerben sich Alexander Dörr von den Freien Wählern, Dieter Glaser von der Liste "Bürger für Puschendorf" und Erika Hütten als Einzelkämpferin mit ihrer Initiative "Puschendorf 2020".

Gastgeber Friedrich Rößner von der Diakoniegemeinschaft hatte die drei Bürgermeisterkandidaten und die Vertreter der fünf Listen auf das Podium gebeten. Insgesamt versuchten zehn Personen, sich und ihr Wahlprogramm in 90 Minuten so gut wie möglich zu präsentieren. Wahlkampfpositionen, die sich auf den ersten Blick sehr ähnelten, konnten naturgemäß nur sehr verkürzt dargestellt werden. Knapp fiel auch die Vorstellung der Bewerber aus.

Erika Hütten, die vor sechs Jahren von der CSU nominiert, dann aber dem amtierenden Bürgermeister Wolfgang Kistner klar unterlegen war, stellte ihre große Erfahrung und Sachkenntnis aus ihrer zwölfjährigen Tätigkeit als 2. Bürgermeisterin und Fraktionssprecherin der Christsozialen in den Vordergrund. Sie möchte "passende Lösungen für die Gemeinde und ihre Bürger" finden und mit den künftigen Gemeinderäten "fair zusammenarbeiten".

Dieter Glaser setzte ebenfalls auf den Pluspunkt langjährige Erfahrung, in seinem Fall in der Gemeindeverwaltung. Gute Kontakte pflege er zu Vereinen, Behörden, Unternehmen und Bürgern. Er möchte, unterstützt von seiner Liste "Bürger für Puschendorf", für "frischen Wind" in der Gemeinde sorgen, um den Ort für Jung und Alt noch attraktiver zu machen. Ein Glasfasernetz, ein Bürgerbus und ein barrierefreier Bahnhof stehen auf seiner Agenda.

Den Ausbau des Glasfasernetzes und den barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen haben auch Alexander Dörr und die Freien Wähler auf ihrer To-do-Liste. Seine berufliche Erfahrung in der Finanzbranche und die vielfältige Mitwirkung bei örtlichen Vereinen sind für Dörr die besten Voraussetzungen, um mit "Engagement und Freude" für das Wohl des Dorfes zu arbeiten.

Parteien ohne Bewerber

Neben dem Kandidaten-Trio sprachen auch die Vertreter von CSU und SPD. Sie erinnerten an ihre Verdienste um die positive Entwicklung Puschendorfs in der Vergangenheit. "Wir haben mehrfach bewiesen, dass wir verlässlich und kompetent sind", äußerte CSU-Fraktionssprecher Klaus Madinger. Ein wichtiges Anliegen ist der CSU die Schulkindbetreuung. Nach der Wahl will sie Hunderte von Bäumen pflanzen – in direkter Korrelation zum erzielten Wahlerfolg.

Für die SPD hat die Ökologie Vorrang bei allen zukünftigen Entscheidungen. Ein "Weiter so" dürfe es nicht geben, betonte der SPD-Vorsitzende Klaus Fleischmann.

Die beiden Vertreter der Grünen, Jens Engelhardt und Anna-Lena Tsutsui, erwiderten darauf, wenn die Wähler möchten, dass der Klima- und Umweltschutz im Ort angegangen und umgesetzt werde, dann sollten sie das Original und nicht die Kopie wählen. Die Grünen stünden für Themen wie Fördern des öffentliche Nahverkehrs, mehr Solaranlagen und Blockheizkraftwerke.

Ralf Jakob

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