Burgerlebnismuseum: Sinnliche Erfahrungen

16.5.2017, 13:00 Uhr
Dem Narren Contz, auch Museumsmaskottchen, stinkt’s. Die Burgbesucher dürfen allerdings auch Angenehmes erschnuppern.

Dem Narren Contz, auch Museumsmaskottchen, stinkt’s. Die Burgbesucher dürfen allerdings auch Angenehmes erschnuppern. © Foto: BSV

In der Cadolzburg wird mittelalterliche Geschichte vermittelt – und das ganz sinnlich. Auch für Geruchs- und das Hörsinn ist etwas geboten.

An sieben Duftstationen können die Besucher eine Nase voll Gerüche nehmen, die auch zum Leben an einem spätmittelalterlichen Hof gehörten: gute, alltägliche wie Bratenduft oder Pferd, aber ebenso weniger gefällige wie der nach Schießpulver oder modrigen Gemäuern.

Bei der Bandbreite denkbarer Gerüche galt es, Vorsicht walten zu lassen, denn das menschliche Gedächtnis verbindet sie engstens mit dem Gesamterlebnis. Also hieß das für die Konzeption: Finger weg von eindeutigem Gestank! Im Museum wird nun mancher Geruch im Raum stehen. Doch die meisten Stationen sind nur individuell zu "beschnuppern", damit keiner, der sich länger im Raum aufhält, einen olfaktorischen Überdruss bekommt. Ein bayerischer Duftspezialist (Stefan Jockisch aus Kolbermoor) nahm sich zusammen mit einem Parfumeur dieser Aufgabe und Herausforderung an. Jenseits üblicher Zitrus- oder Minzaromen, die gerne in Kaufhäusern und bei Zahnärzten im Einsatz sind, galt es, ungewöhnliche Düfte überhaupt erst zu erschaffen. So wurde die Burg in der Nase in Cadolzburg möglich.

Bei der Burg im Ohr geht es um verschiedene Geräusche und Hörstationen, die teils auf alltägliche Klänge Bezug nehmen wie Pferdegetrappel oder Küchengeräusche.

Simulierte Ohrfeige

Hier halfen im Vorfeld der Burg-Eröffnung Schülerinnen der Schulradio-AG des Nürnberger Melanchthon-Gymnasiums unter Leitung von Marcus Spangehl. Sie simulierten Ohrfeigen des Kurfürsten für seinen Sohn, die man förmlich aus so manchem Brief des Vaters heraushört.

Sie schnitten Gemüse auf möglichst authentischen Materialien für Küchengeräusche, schufen passendes Pferdegetrappel oder verhalfen dem Lieblingshund der Kurfürstin wieder zu einer passenden Stimme. Dabei tauchten die Jugendlichen engagiert in die Welten des Zollern-Hofes im 15. Jahrhundert ein.

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