Cadolzburg spekuliert auf eine "Kärwa light"

19.4.2021, 21:00 Uhr
Ein Bier auf der Kärwa – wenn, dann nur unter freiem Himmel.

Ein Bier auf der Kärwa – wenn, dann nur unter freiem Himmel. © Foto: Tobias Hase/dpa

Wie genau eine "Kirchweih light" aussehen könnte, blieb in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats noch offen. Nach dem Beschluss des Gremiums ist klar: Das Festzelt ist gestrichen. Lediglich "kleine Biergärten" sind möglich. Hygienekonzept, Einbahnregelung und Besucherzählung sind laut Beschluss zwingend. Details sollen in den kommenden Wochen geklärt werden.

Die Cadolzburger Kirchweih findet traditionell zwei Wochen nach Pfingsten statt. In diesem Jahr fällt der Termin damit auf das erste Juni-Wochenende. Als möglicher Festort eines Kirchweih-Ersatzes wurde mit dem Höhbuck der gewohnte Standort auserkoren. Die Fläche in Sichtweite zur Burg sei gut überschau- und kontrollierbar, erklärte Bürgermeister Bernd Obst.

Die drei SPD-Mitglieder im Gemeinderat plädierten für eine Veranstaltung an zwei Standorten: Höhbuck und Marktplatz. Falls eine Bewirtung im Außenbereich möglich wäre, könnten zum Beispiel die Kärwaburschen auf dem Marktplatz Bier ausschenken, sagte Sprecher Johannes Strobl.

Bürgermeister Obst bewertete das jedoch kritisch: Die Gemeinde stehe in der Verantwortung. "Wie wollen wir an zwei Orten kontrollieren?", fragte er. Außerdem seien die Kärwaburschen nicht auf Einnahmen angewiesen, die professionellen Schausteller dagegen schon. Der SPD-Vorschlag fand keine Unterstützung.

Einig war man sich, dass es auch 2021 keine Kirchweih im gewohnten Rahmen geben wird. Als Begründung reichte die Vorlage der Verwaltung: Die Pandemielage habe sich trotz verschiedener Maßnahmen und des Impfstarts nicht ausreichend entspannt, um das öffentliche Leben wieder uneingeschränkt zu ermöglichen.

Zudem orientiere sich Cadolzburg an anderen Kommunen, die bereits ihre Großveranstaltungen abgesagt hätten. Im Landkreis haben schon Langenzenn, Obermichelbach und Wilhermsdorf die Hoffnung auf "normale Kirchweihen" begraben.

Eine klare Mehrheit des Cadolzburger Gemeinderats hofft nun auf die kleine Lösung auf dem Höhbuck. Lediglich Max Krauß (FW/PWG) stimmte dagegen.

Für die Kirchweihen in den Ortsteilen Cadolzburgs hat die Entscheidung des Gemeinderats allenfalls eine Signalwirkung. Für deren Organisation sind die jeweiligen Vereine zuständig.

Die Kirchweih in Wachendorf ist eine Woche nach Pfingsten auf Ende Mai terminiert. Der dortige Kirchweihverein ist sich laut Mitteilung auf seiner Homepage auch schon sicher: "Ein Zelt wird es leider nicht geben und somit auch keine großen Bands, keine Party und leider auch keine Kultur im Zelt." Der Verein kündigt aber an auszuloten, was ersatzweise möglich sein könnte.

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