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City-Center wird "Flair Galerie" mit üppigem Eingang

P & P hat ein erstes Konzept im Bauausschuss präsentiert - 19.01.2018 06:00 Uhr

Gläserne Front statt historischer Fassade: So wünscht sich der Investor den künftigen Eingang zum Center in der Fußgängerzone. © Entwurf: P & P/Chapman Taylor


Wer noch Zweifel an der Bedeutung des Projekts hatte – spätestens nach der Sitzung des Bauausschusses in dieser Woche dürften sie beseitigt sein: Zur Präsentation der Pläne in diesem untergeordneten städtischen Gremium erschien Michael Peter, Inhaber der Fürther Immobilienfirma P & P, persönlich. An seiner Seite, nicht von minderem Gewicht: Jens Siegfried, seines Zeichens Deutschland-Chef des weltweit operierenden und renommierten Architektur- und Planungsbüros Chapman Taylor, der eigens aus Düsseldorf angereist war.

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Zusammen wollten sie für das werben, was sie, so Peter, "in den vergangenen zwölf Monaten mit viel Zeit und Energie" in Sachen City-Center entwickelt und bereits in mehreren Runden mit der städtischen Bauverwaltung besprochen haben. Über vieles davon berichteten die FN bereits im Herbst ausführlich, jetzt richtet sich der Fokus vor allem auf den heikelsten baulichen Akzent: die Eingangssituation in der Fußgängerzone, die bisher, zumal für Auswärtige, schlecht wahrnehmbar war. Das Bonmot vom "am besten versteckten Einkaufszentrum Deutschlands" hatte über die Jahre immer wieder die Runde gemacht.

Jeder potenzielle Investor betonte deshalb: Hier muss sich etwas ändern, und auch P & P und Chapman Taylor ist das ein Anliegen. Dieser Eingang sei, so Michael Peter, "das Gesicht des ganzen Centers", das sich mit stolzen 26.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dahinter verbirgt. Es sei deshalb "ein extrem wichtiger Punkt", um sich adäquat nach außen hin präsentieren zu können und "die einzige Stelle", die sich dafür anbiete.

Zwei Varianten sind nun zunächst im Gespräch, eine davon ist, das zeigen die ersten Diskussionen im Ausschuss, weit wahrscheinlicher. Demnach verwandelt sich die Sandsteinfassade des Hauses Schwabacher Straße 5 in einen markanten, gläsernen Blickfang, im Obergeschoss ragt eine Seite, einer Vitrine gleich, etwa einen Meter in die Fußgängerzone hinein. Nebenan, Nummer 5 a, befindet sich der Zugang zum Center.

Weitere, ebenfalls deutlich auffälliger gestaltetet Eingänge werden sich an der Hallstraße, beim früheren C & A, dessen Fläche dem Center einverleibt wird, und wie bisher vor dem Stadttheater befinden. Die beiden kleineren Zugänge in der Alexanderstraße soll es nicht mehr geben.

Denkmalschutz entfällt

Die Reaktionen der Kommunalpolitiker fielen sehr unterschiedlich aus. Während die Vertreter der großen Parteien SPD ("einen Hingucker schaffen") und CSU signalisierten, damit gut leben zu können, kam von Grünen ("indiskutabel", "überdimensioniert") und Linken ("überhaupt nicht zufrieden") entschiedene Ablehnung. Wobei sich bei dieser Variante der Einwand Denkmalschutz erledigt, von dem man bisher ausging: Wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erst diese Woche mitgeteilt hat, wurde das Haus mit der Nummer 5 aus der Denkmalliste herausgenommen. Bei einer Begehung kurz vor Weihnachten habe man festgestellt: Schon in den 1980er Jahren, beim Bau des City-Centers, sei – ohne Absprache – zu stark in das Innenleben des klassizistischen Baus aus dem Ende des 18. Jahrhunderts eingegriffen worden; das Gebäude habe dadurch seine Denkmaleigenschaft verloren.

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Das Landesamt gibt aber auch zu verstehen: Dessen ungeachtet würde man die geplante Fassadenänderung als "empfindliche Störung des gerade in diesem Bereich eindrucksvoll erhaltenen historischen Straßenbildes" empfinden. Fürths Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz meinte deshalb in der Ausschusssitzung: Auch wenn Fürth "kein Freilandmuseum" sei, wünsche sie sich eine enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz, um möglicherweise Verbesserungen zu erreichen. In weiteren Gesprächen soll nun die von P & P vorgelegte Variante weiter entwickelt werden.

Unabhängig von der Gestaltung nutzten Grüne und der Verein "Wir sind Fürth", die Gelegenheit, um grundsätzliche Kritik an den ihrer Ansicht nach zu üppigen Ausmaßen des Centers und am geplanten Gastro-Anteil von rund 15 Prozent zu üben. 

Wolfgang Händel Leiter Lokalredaktion Fürth E-Mail

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