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Clevere Alternative zum Auto: Leih-Lastenräder

Die noch ausbaufähigen Angebote können so manches Transportproblem lösen - 29.08.2018 21:00 Uhr

Der Fürther Fahrradhändler Stefan Fürst führt vor, welch große Teile man mit dem Leihrad des ADFC problemlos transportieren kann.

28.08.2018 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Seit Mai verleiht der ADFC über das Fahrradgeschäft Velomondial in der Gebhardtstraße ein gespendetes Transportrad. Die "Flotte Gerti" ist ein Renner - und fast durchgehend ausgebucht. Von einer "80- bis 90-prozentigen Auslastung" spricht ADAC-Kreisvorsitzender Olaf Höhne.

Für Großeinkäufe, Umzüge, Ausflüge und auch schon einmal als Hochzeitskutsche wurde das Dreirad Marke Christiania bislang geordert. Maximal zwei Tage lang kann man es gegen eine Spende benutzen. Das Angebot spricht sich herum. Großartig Werbung braucht der ADFC für sein Lastenvehikel nicht zu machen. Und die Reparaturen halten sich in Grenzen.

Sogar schon Kühlschrank transportiert

Um die Wartung kümmert sich das Fürther ADFC-Mitglied Detlef Pauly ehrenamtlich. Hauptsächlich der  Bremsenverschleiß macht ihm zu schaffen. Der Elektromotor zur Unterstützung funktioniert, so Höhne, tadellos. "Wir achten aber auch immer darauf, dass die Batterie aufgeladen ist." Bewährt habe sich auch das massive Schloss.

Sogar ein Kühlschrank sei schon mal mit der "Flotten Gerti" transportiert worden. Bis zu 100 Kilo verkraftet die 88 mal 62 mal 50 Zentimeter große Transportbox. Das reicht selbst für eine moderne Waschmaschine. Trotz der positiven Erfahrungen und reger Nachfrage kann der ADFC in Fürth keine weiteren Leihlastenräder anbieten. Höhne: "Damit wären wir logistisch überfordert." Höchstens mit weiteren Kooperationspartnern und Sponsoren sei daran zu denken.

Seit mehreren Jahren schon kann man im Fürther Fahrradgeschäft Zentralrad an der Ecke von Friedrich- und Moststraße ebenfalls ein Christiania-Lastenfahrrad gegen Gebühr ausleihen. Von dem Angebot wird laut Geschäftsführer Oliver Seitz vor allem im Frühjahr und Sommer Gebrauch gemacht. In der kalten Jahreszeit weniger. Benutzt werde das ebenfalls mit elektrischem Zusatzantrieb ausgestattete Dreirad in erster Linie für kleinere Umzüge und Ausflüge mit großem Gepäck.

Langenzenn beteiligt sich an dreimonatiger Testphase

Die Ausleihdauer ist bei Zentralrad nicht befristet. Nach Einschätzung von Oliver Seitz ist der Nutzerkreis bislang noch recht überschaubar. Die Einsatzmöglichkeiten im Alltag könnten sich noch weiter herumsprechen. Weil nicht jeder daheim über einen überdachten Abstellplatz für das sperrige Teil verfügt, ein Transport über steile Treppen in den Fahrradkeller Schwerstarbeit ist, bietet sich das Lastenrad als Leihfahrzeug geradezu an. Um die Idee noch weiter zu verbreiten, beteiligt sich Zentralrad jetzt an einem Forschungsprojekt des Instituts für Verkehrsforschung beim Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt. Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit koordiniert es im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative das Lastenrad-Testangebot "Ich entlaste Städte".

Dabei sollen fundierte Einschätzungen abgegeben werden, wie ein Lastenrad als gewerbliches Fahrzeug oder in öffentlichen Einrichtungen genutzt werden kann. Die Stadt Langenzenn hat sich vom 12. Februar bis 15. Mai bereits an der dreimonatigen Testphase beteiligt. In dieser Zeit ist das zur Verfügung gestellte Lastenrad in vielen kommunalen Einrichtungen zum Einsatz gekommen. Langenzenner Unternehmer, die sich für das Projekt interessierten, konnten sich zudem beim städtischen Naturamt über das Lastenrad informieren.

Volker Dittmar

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