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Corona-Ausbruch in Stein: Schnelltests möglich

Das Gesundheitsamt gab dem Guttknechtshof sein Okay für Antigen-Tests - 03.11.2020 17:55 Uhr

Hat mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen: das Seniorenheim Guttknechtshof.

03.11.2020 © Thomas Scherer


Eine bundesweit gültige Verordnung macht tatsächlich Antigen-Schnelltests in Altenheimen möglich. Dafür müssen die Einrichtungen dem Gesundheitsamt ein Konzept vorlegen und parallel dazu die Tests beantragen. Auf dieser Basis legt die Behörde dann fest, wie viele Exemplare die Pflege- oder Krankenversicherung finanziert. "Die Menge ist abhängig von der Zahl der Menschen, die in der Einrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden", teilt das Gesundheitsministerium auf seiner Webseite mit.


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Doch offenbar herrscht in der Praxis Unsicherheit über die Regelungen: Am Montagabend habe das Gesundheitsamt ihm mitgeteilt, dass kein Okay nötig sei, sagt Hellmuth Everding.

Am Dienstagvormittag wiederum hieß es, dass die Erlaubnis doch zwingend sei, "und dass man uns obligatorisch das Go erteilt". Am Dienstag bekam das "Guttknechtshof"-Personal eine Einweisung, wie die Schnelltests funktionieren, am Mittwoch sollen sie durchgeführt werden.

Rückblick: Nach einem Verdacht auf eine Covid-19-Infektion wurde am 22. Oktober ein Teil der Bewohner eines Stockwerkes getestet. Drei Tage später lag das Resultat vor: 15 Bewohner und Bewohnerinnen sowie sieben Mitarbeiterinnen waren infiziert.

Lange Zeit der Ungewissheit

Folglich ordnete das Gesundheitsamt für alle Senioren und die Beschäftigten weitere Reihentests an, die am 26. und 27. Oktober stattfanden. Die Infizierten wurden isoliert.

Doch es sei schwierig gewesen, für die übrigen rund 90 Bewohner Entscheidungen zu treffen, bevor deren Resultate vorlagen. Wer kann an einem gemeinsamen Mittagessen teilnehmen? Leben in einem Zweibettzimmer ein Infizierter und ein Nicht-Infizierter zusammen? Welche Mitarbeiter müssen in häusliche Quarantäne geschickt werden?

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Fragen, die Everding nicht beantworten konnte. Sie mussten bis zum vergangenen Sonntag offen bleiben. Denn erst dann wurden die Ergebnisse übermittelt: Bei weiteren 40 Senioren und Seniorinnen wurde eine Covid-19-Infektion nachgewiesen, außerdem bei einigen der rund 70 Pflegekräfte.

Die lange Zeit, bis die Resultate vorlagen, und die Ungewissheit hätten die Mitarbeiter in der Einrichtung zermürbt. Ihre Angst: Das Virus könne sich ungebremst ausbreiten und sie könnten nichts dagegen tun. "Dem Gesundheitsamt kann man keine Vorwürfe machen", so der Heimleiter, auch wenn er sich gelegentlich einen weniger bürokratischen Umgang gewünscht hätte. Auch das Labor trägt, nach seiner Meinung, nur einen Teil der Verantwortung. Denn wie er erfuhr, arbeitet es weit über seiner Kapazitätsgrenze. In Sachen Schnelltests sah er vor allem die Regierung in der Pflicht.

Nur leichte oder keine Symptome

Das Seniorenheim kann immerhin in einem Punkt aufatmen: Alle Infizierten zeigen nur leichte oder keine Symptome. Niemand musste ins Krankenhaus. Das Gleiche gilt für die Mitarbeiter, die teils bereits wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten.

Weiterhin gilt dort das Besuchsverbot, das das Gesundheitsamt angeordnet hatte. Die Angehörigen hätten allerdings größtes Verständnis, so der Heimleiter, von etlichen gebe es Trost und Zuspruch.

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lui, bd

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