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Corona-Impfungen jetzt auch beim Arzt und im Landkreis Fürth

Modellversuch: Impfzentrum Fürth kommt Bevölkerung mit zwei Pilotprojekten entgegen - 17.02.2021 21:00 Uhr

Nicht nur in der Rosenstraße, sondern auch bei einer ersten temporären Impfstation im Landkreis und in zwei Arztpraxen wird man nun gegen Covid-19 geimpft.

17.02.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Beim Gespräch mit den FN sagte Verwaltungsleiter Sebastian Habicht von der AGNF, die das Impfzentrum betreibt, man sei mit den Seniorenheimen "fast durch" und könne sich deshalb jetzt "verstärkt dem dezentralen Impfen widmen". Die beiden Allgemeinarztpraxen wurden seinen Angaben zufolge mit Hard- und Software ausgestattet und vertraut gemacht.

In einem Modellversuch laden sie aktuell ihre Patienten der Prioritätengruppe eins ein, wenn die sich schon für eine Impfung haben registrieren lassen. Man handhabe das vorerst nur einen Tag lang so, um zu sehen, ob sich die Immunisierungsaktion mit dem regulären Praxisbetrieb vereinbaren lässt, erklärt Habicht.

Am Samstag soll dann etwa zwischen 9 und 16 Uhr in der Veitsbronner Zenngrundhalle geimpft werden. Während in der Rosenstraße der Wochenendbetrieb läuft, setzen dort zwei mobile Impfteams Spritzen. Weil jedoch die Online-Plattform BayIMCO Termine automatisiert nur in den offiziellen Impfzentren anbietet, müssen die Mitarbeiter des Impfzentrums nachhelfen.

Sie rufen zurzeit also Personen an, die im Postleitzahlbereich 90587 wohnen, für eine Impfung registriert sind und höchste Priorität haben. Laut Habicht sind in Veitsbronn hundert Termine zu vergeben. "Um so viele zusammen zu bekommen, müssen wir wohl 150 Leute anrufen."

Fürth gehört in Bayern zu den ersten Impfzentren, die dezentrale Angebote machen. Unter anderem gibt es solche in Nürnberg, im Kreis Forchheim und seit gestern im Kreis Roth. In Erlangen hat man sich – zumindest vorerst – dagegen entschieden. Wer also in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt wohnt, muss das zentrale Impfzentrum in Erlangen aufsuchen.

Astrazeneca: Sorge unbegründet

In fünf bis sieben Orten des Landkreises Fürth wird es demnächst wohl vorübergehende stationäre Impfstellen geben. Wo genau, ist nach den Worten von Landratsamtssprecher Christian Ell noch unklar. Man wolle erst einmal abwarten, wie das Angebot in Veitsbronn angenommen wird. Habicht ergänzt, in jedem Fall baue das Impfzentrum seine Kapazitäten aus, um "mehr in die Fläche" gehen zu können. Die AGNF suche daher medizinisches Fachpersonal sowie Verwaltungskräfte.

Für Immunisierungen vor Ort hat sich etwa der Langenzenner Seniorenrat stark gemacht. Seine Begründung: Teils hochbetagten Menschen sei der weite, beschwerliche Weg ins frühere Curanum nicht zuzumuten.

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Von Biontech bis Valneva: Die Corona-Impfstoffe im Überblick

Im Namen der 27 Staaten hat die EU-Kommission bisher Verträge mit mehreren Impfstoff-Herstellern abgeschlossen und so rund 2,3 Milliarden Dosen verschiedener Mittel gesichert. Weitere sollen folgen. Ein Überblick.


Das Fürther Impfzentrum verabreicht neben dem Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch den von Astrazeneca. Letzterem begegnen viele Leute skeptisch, da er wegen noch ungenügender Daten für Ältere nur 18- bis 64-Jährigen gegeben werden darf, seine Wirksamkeit (70 Prozent) nicht ganz so hoch ist und er mit Nebenwirkungen Schlagzeilen macht.



Die seien normal, betont Prof. Christian Bogdan, Erlanger Infektionsimmunologe und Mitglied der Ständigen Impfkommission, und erklärt stärkere Reaktionen mit dem aktiveren Immunsystem bei Jüngeren. Er wie auch der Virologe Christian Drosten halten Bedenken gegenüber dem Präparat für unbegründet.

Weil die Software BayIMCO die gezielte Einladung von 64-Jährigen und jüngeren Personen der höchsten Priorität erst jetzt erlaubt, kommen die 1000 Fürther Astrazeneca-Impfdosen auch erst jetzt zum Einsatz. Habicht stellt klar: "Wer das Impfangebot ablehnt, hat keinen Anspruch auf einen anderen Impfstoff."

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