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Corona-Pandemie bremst Jugendarbeit in Fürth aus

Keine Freizeiten, keine wöchentlichen Treffen: Der Stadtjugendring fordert nun Perspektiven - 23.05.2020 10:00 Uhr

Die Jugendverbandsarbeit steht derzeit beinahe still. Der Stadtjugendring hofft, dass sich das bald ändert und Gruppenstunden mit wenig Kindern bald wieder stattfinden dürfen. © Hans-Joachim Winckler


 "Vor allem geht es darum, endlich eine Perspektive zu bekommen", betont SJR-Mitarbeiter Rampelt. Denn wegen der Corona-Krise ist die Jugendarbeit beinahe zum Erliegen gekommen – zumindest was persönliche Treffen angeht. Viele Organisatoren haben notgedrungen ihre Angebote ins Internet verlagert. Ob Ferienfreizeiten im Sommer überhaupt stattfinden können, stehe in den Sternen. Die Kirchen reagierten entsprechend auf den Schwebezustand und die damit fehlende Planungssicherheit; sie haben "vorläufig sämtliche Zeltlager und mehrtägigen Freizeiten nicht nur für die Pfingst-, sondern auch fast alle für die Sommerferien abgesagt", berichtet Rampelt.

 

Eines der beiden Schreiben richtete der SJR an alle Fürther Bezirksräte, Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Der Tenor: die Zukunftssicherung des Vereinslebens. Als Stimme der 29 Mitgliederverbände und -vereine in der Stadt wolle man auf die gravierenden Folgen der Covid-19- Krise für die verbandliche Jugendarbeit hinweisen, heißt es. Und weiter: "Die wöchentlichen Betreuungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche von etwa 1200 Ehrenamtlichen, die im Stadtjugendring Fürth organisiert sind, mussten fast ersatzlos gestrichen werden." Der SJR fordert, wöchentliche Treffen in Kleingruppen wieder möglich zu machen – dieses soziale Netz sei ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Entwicklung. "Es treffen sich immer die gleichen Kinder, die Infektionskette ist begrenzt und sehr gut nachvollziehbar", sagt Rampelt.

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Die Verfasser des Briefes verweisen auf die drohenden Absagen von Sommerfreizeiten wie Jugendfahrten oder Tagesangebote. Dadurch und weil sich die Vereine nicht auf Dorffesten und Kirchweihen präsentieren können, seien "enorme Einnahmeausfälle" zu befürchten. "Möglichkeiten zur Werbung für das Ehrenamt" fielen ebenso weg. Gerade für bedürftige Eltern, so Rampelt, seien kostengünstige Betreuungsangebote für ihren Nachwuchs wichtig.

Weil wegen der befürchteten Ausfälle von Veranstaltungen auch weniger Anträge auf finanzielle Unterstützung für die Aktivitäten beim SJR eingingen, möchte man, dass die Fördertöpfe für Freizeitmaßnahmen und Internationale Jugendbegegnungen umgewidmet werden. Mit den somit zur Verfügung stehenden Geldern könnten andere Projekte – wie Angebote im Internet oder die Sanierung von Vereinsheimen – umgesetzt werden, sagt Rampelt. "Dies eröffnet unseren Mitgliedsverbänden die Möglichkeit, dringend benötigte Mittel für die Unterstützung ihrer Arbeit, die sie aktuell unter erschwerten Bedingungen durchführen, abrufen zu können", heißt es in einem zweiten Brief an Fürths Bürgermeister und den Stadtrat.

Seine Forderungen hat der Stadtjugendring auf der Homepage veröffentlicht. Rampelt zufolge ist wichtig, dass Eltern und Ehrenamtliche endlich Planungssicherheit für ihren Sommer bekommen. Es wäre aber allemal schon ein Erfolg, von der Politik zu hören, dass sie die Belange der Jugendarbeit auf dem Schirm hat.


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