Corona trifft immer mehr Pflegeheime in Fürth

Claudia Ziob
Claudia Ziob

Lokalredaktion Fürth

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30.3.2020, 21:47 Uhr

© Foto: Klinikum Fürth

Erstmals hat in Fürth ein Mensch sein Leben nachweislich nach der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus verloren. Der Mann, Jahrgang 1938, starb am Samstag im Klinikum. Er lebte zuvor im Fritz-Rupprecht-Heim der Awo in Burgfarrnbach, das momentan eine ganze Reihe von Infektionsfällen bewältigen muss: 18 Bewohner und ein Mitarbeiter wurden positiv getestet, wie das Rathaus am Montag auf FN-Nachfrage mitteilte. Das Heim gehört mit rund 200 Plätzen zu den größten Senioreneinrichtungen in Fürth.

Wie Stadtsprecher Willi Ebersberger sagte, werden die 18 Betroffenen derzeit isoliert von den anderen Bewohnern versorgt; eine Behandlung im Krankenhaus sei bislang nicht nötig. Zugleich muss sich das städtische Altenheim in der Stiftungsstraße um den ersten Covid-19-Fall kümmern. Der Bewohner sei in Quarantäne, es gehe ihm so weit gut, so Ebersberger. Noch zeigten in dem Haus keine weiteren Menschen Symptome der Lungenkrankheit.

Wenig überraschend hat sich das Coronavirus auch im Fürther Landkreis in Pflegeeinrichtungen weiter verbreitet. So sind Ende vergangener Woche bereits zwei Seniorinnen aus dem Roßtaler Awo-Heim verstorben. Nach und nach treffen dort weitere Test-Ergebnisse ein: Inzwischen sei die Infektion bei 20 Bewohnern bestätigt, wie Christian Ell, Sprecher des Landratsamts, den FN sagte. Einige würden im Klinikum behandelt, die anderen seien im Heim den Vorschriften entsprechend isoliert. Auch Pflegekräfte haben sich angesteckt.

Mit Covid-19-Fällen sind zudem eine Einrichtung in Langenzenn, die K&S-Seniorenresidenz in Zirndorf und nun auch die Awo-Seniorenbetreuung in Cadolzburg-Egersdorf konfrontiert. Genaue Zahlen konnte das Landratsamt nicht nennen. Der 68-jährige Bewohner der Zirndorfer Seniorenresidenz war aufgrund einer anderen Erkrankung und ohne die klassischen Symptome ins Krankenhaus gebracht und dort getestet worden.

Am Fürther Klinikum werden derzeit 27 bestätigte Corona-Fälle behandelt, davon zwei auf der Intensivstation, wie Klinikumssprecher René Icgen sagte. Bei rund 30 Patienten warte man noch aufs Testergebnis. Zur Herausforderung fürs Klinikum wird die Tatsache, dass nicht jede Covid-19-Infektion sofort zu erkennen ist.

Denn: So drohen etliche Pflegekräfte und Ärzte, die solche Patienten anfangs noch ohne Verdacht "normal" behandelten, vorübergehend zu fehlen. Aktuell muss das Klinikum Icgen zufolge den Ausfall von rund 50 Beschäftigten verkraften, die entweder in Quarantäne sind oder bei denen eine Ansteckung abgeklärt werden muss.

"Das merken wir auch", sagt er. Das Klinikum bereitet sich gerade auf die befürchtete Welle mit Corona-Patienten vor. Mitarbeiter werden geschult, Personal wird rekrutiert. Dabei sucht das Klinikum auch ehrenamtliche Helfer mit medizinischen oder pflegerischen Kenntnissen — mehr als 60 Freiwillige haben sich bisher gemeldet.

In den neuen Containern hinter dem Hauptgebäude, die die Notaufnahme ergänzen sollen, läuft ebenfalls ein Trainingsbetrieb: Hier sollen bald bei erhöhtem Patientenaufkommen Menschen ambulant behandelt werden, die nicht stationär aufgenommen werden müssen.

Am Konzept wird noch gearbeitet, fest steht laut Icgen aber: Es soll ein Behandlungszentrum werden, keine "Abstrichstation" wie sie beim früheren Höffner-Gelände in Betrieb ging

Wer sich einbringen möchte, kann sich zur Unterstützung der Zentren in Stadt und Land unter Telefon (0911) 97 73 30 39 oder per Mail an helfen@lra-fue.bayern.de melden. Auch das Klinikum ist auf der Suche — mehr Information unter www.klinikum-fuerth.de


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