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Corona und übervolle Schulbusse: Eltern sorgen sich

Dichtes Gedränge: Grüne fordern mehr Fahrzeuge im Fürther Landkreis - 03.09.2020 13:00 Uhr

In überfüllten Bussen, wo Kinder oft eng aneinandergedrängt sind, bringt auch die Maskenpflicht nichts, sorgen sich Eltern. Der Landkreis will gegensteuern, auf einzelnen Strecken ist der Einsatz von Verstärkerbussen vorgesehen.

© Foto: Franziska Kraufmann/dpa


Was bringt eine Maskenpflicht im Unterricht, wenn die Schüler zuvor eng aneinandergedrängt in den Bussen auf dem Weg zur Schule sind? Das fragen sich Eltern von Schülern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Oberasbach.

Auch die Kreistags-Fraktion der Grünen treibt die Sorge um das Infektionsrisiko in übervollen Schulbussen um. Per Anfrage an Landrat Matthias Dießl regten sie an, mehr Busse einzusetzen.


Maskenpflicht auch für Grundschüler bei hohen Corona-Zahlen


Am Dienstagnachmittag tagte das Bayerische Kabinett, seitdem ist klar, dass der Freistaat die Kommunen bei der Schülerbeförderung unterstützt. Werden zusätzliche Schulbusse auf den Weg gebracht, übernimmt das Land die Kosten zu 100 Prozent. Es war die Sitzung, die Landrat Matthias Dießl, so teilte er den besorgten Eltern auf deren Schreiben hin mit, vor konkreten Entscheidungen für Maßnahmen vor Ort noch abwarten wollte.

Denn in dieser Runde sollten Rahmenbedingungen für den Schulstart festgelegt werden. "In nicht einmal einer Woche beginnt die Schule, jetzt erst im Fach Hygienekonzept aktiv zu werden", findet eine der Schüler-Mütter, "das ist sportlich". Zumindest aber dürfte es keine Probleme geben, weitere Busse herzukriegen, meint sie. "Die stehen bei den Reiseunternehmen jetzt sowieso rum."

Das Gros der Landkreisschüler ist mit den öffentlichen Linien unterwegs. Doch auf vielen Strecken im Kreis seien die Busse bereits vor Corona übervoll gewesen, meinen auch die Grünen.

Bis zu einer Dreiviertelstunde im Schulbus

Als Beispiel nennt die Mutter eines Oberasbacher Gymnasiasten die 150er- und 151er-Linien, die Zirndorf und seine Stadtteile mit Oberasbach verbinden: "Schon vor Corona sind die Kinder da eng aneinandergekuschelt bis zu einer Dreiviertelstunde unterwegs gewesen." Optimale Voraussetzungen für eine Ansteckung, wie die Grünen befürchten. "Da schützt auch keine Mund-Nasen-Bedeckung", sagt die Schüler-Mama.

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Die Ökopartei sieht den Landkreis als Organisator und Besteller der Schulbuslinien in der Pflicht, ein Hygienekonzept für einen sicheren Schulweg zu erstellen. Und das ist im Nachgang der Kabinettsentscheidung auch in Arbeit, wie Christine Lenzner vom Landratsamt gestern auf Nachfrage erklärte.

Nur noch maximal 35 Personen

Nachdem das Kultusministerium die Maskenpflicht im ÖPNV bekräftigt habe, der Mindestabstand von 1,5 Metern aber in Bussen nicht einzuhalten sei, habe sich die Kreisverwaltung mangels Richtlinien in Absprache mit dem Gesundheitsamt auf einen "Richtwert für die Besetzung der Busse verständigt, der uns vernünftig und plausibel erscheint", teilte sie mit. Demnach dürfen in Bussen mit rund 50 Sitzen maximal 35 Personen sitzen, weitere 15 stehen.

Auf einzelnen Strecken ist auch der Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge vorgesehen. Welche Linien das sein werden, "können wir momentan noch nicht herausgeben. Das ist im Entscheidungsprozess", sagte Lenzner. Die Kreisbehörde erwarte in den nächsten Tagen weitere Informationen zu Vorgaben, "wir sind in ständiger Rücksprache mit der Regierung", so Lenzner.


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