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Das Fürther Altstadtviertel macht sich schön

Derzeit werden vier Häuser samt Fassaden runderneuert - Nur der «Goldene Schwan» macht Sorgen - 13.02.2010

Die neuen Schindeln sind schon dran: Leonhard Karl saniert das Gebäude Gustavstraße 48. Nur wenige Meter weiter wurden und werden weitere Häuser herausgeputzt. © Hans-Joachim Winckler


Etwas versteckt in der Wilhelm-Löhe-Straße steht das schiefergetäfelte Haus, das Rolf Perlhofer vor gut einem Jahr ersteigert hat. Im Beruf ist Perlhofer Geschäftsführer der WohnFürth, einer Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Doch in der Löhe-Straße ist er ganz privat tätig. «Wir können uns vorstellen, hier irgendwann mal selbst einzuziehen», sagt er. Vorerst werde das langgezogene, aber schmale Haus vermietet. Noch werkeln im Inneren die Handwerker, doch Anfang April soll alles fertig sein. Dann wird eine Künstlerin aus Nürnberg einziehen. In einem Stockwerk will sie wohnen, im anderen ein Atelier eröffnen. Auch das Erdgeschoss ist bereits zu Wohnzwecken vermietet.

Gelber Blickfang

Nur einige Meter weiter die Löhe-Straße hinauf, die im vergangenen Jahr frisch gepflastert wurde, vollbringt die Familie Bär eine wahre Herkulesaufgabe. Wie mehrfach berichtet, saniert sie das Geburtshaus von Wilhelm Löhe in der Königstraße 27. Nach drei Jahren stehen die Arbeiten vor dem Abschluss. Die Wohnungen sind vermietet, für den Laden im Erdgeschoss gibt es einen Interessenten, der «ein Büro mit Charme» sucht, berichten die Bärs. Noch ist aber nichts unterschrieben. Sicher ist hingegen längst, dass das Geburtszimmer von Wilhelm Löhe als Museumsraum für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben wird. Die Eröffnung wird am 7. Mai gefeiert.

Weiter geht’s quer über den Grünen Markt, wo Klaus-Dieter Pöhlmann gemeinsam mit seinen Eltern einen echten Blickfang geschaffen hat. Gelb leuchtet das Fachwerk des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert nach der Fassadensanierung. Doch die eigentliche Herausforderung musste Pöhlmann im Inneren des Gebäudes bewältigen. «Es war einsturzgefährdet», sagt er. Jetzt - zwei Jahre und eine sechsstellige Summe später - naht das Ende der Arbeiten. Im Lauf des Frühjahrs soll es so weit sein.

Neben den bereits vermieteten zehn Wohnungen soll sich dann auch die Fläche im Erdgeschoss füllen. Und wie? «Mit einem Handy-Laden», witzelt Pöhlmann, schiebt aber rasch hinterher: «Nee, Spaß beiseite, das will ich noch nicht sagen.»

Das vierte Gebäude, das gerade erneuert wird, steht nur einen Steinwurf von Pöhlmanns Haus entfernt in der Gustavstraße am Durchgang zur Michaels-Kirche. Dort saniert Leonhard Karl die Hausnummer 48. Die Schiefertafeln aus Kunststoff, die vor einigen Jahren vorübergehend angebracht wurden, sind inzwischen - sehr zur Freude des Stadtheimatpflegers Alexander Mayer - echtem Schiefer gewichen.

In dem Haus sind elf Wohnungen untergebracht, die Karl «innerhalb von zwei Monaten» verkauft hat. Lediglich vermieten will er die Ladenflächen im Erdgeschoss. Eine Eisdiele oder Chocolaterie könne er sich dort vorstellen - auch wenn es nur wenige Meter weiter bereits eine solche gibt.

Eigener Charme

Schon in den vergangenen Jahren wurden im Michels-Viertel einige alte Gebäude auf Vordermann gebracht. Dass nun aber vier in unmittelbarer Nähe gleichzeitig saniert werden, findet auch Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung «bemerkenswert». Nach seinen Worten zeugt das von der Attraktivität des Viertels, das einen «ganz eigenen Charme» habe.

Ein Dorn im Auge ist ihm jedoch nach wie vor das seit Jahren leer stehende und langsam verfallende ehemalige Gasthaus «Goldener Schwan» am Marktplatz. Auch Stadtheimatpfleger Alexander Mayer würde das Gebäude am liebsten so schnell wie möglich wieder zu neuem Leben erwecken. Interessenten gebe es durchaus, doch sei ein Kauf bislang an den Preisvorstellungen der Eigentümer gescheitert.

Johannes Alles

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